Freitag, 22. November 2019

Arbeitszeit der Zukunft Milliardär Jack Ma plädiert für 12-Stunden-Woche

Jack Ma traf bei der Weltkonferenz für künstliche Intelligenz in Shanghai auf Elon Musk

Es ist noch gar nicht lange her, da plädierte der chinesische Milliardär Jack Ma (54) für eine 72-Stunden-Woche. Nun zeichnet der Mitbegründer der Alibaba Group Holding jedoch ein ganz anderes Bild für die Zukunft. Menschen sollten mit Hilfe von künstlicher Intelligenz nur noch 12 Stunden pro Woche arbeiten, sagte Ma einem Bericht von "Bloomberg" zufolge auf der Weltkonferenz für künstliche Intelligenz am Donnerstag in Shanghai.

Dank des technologischen Fortschritts und einer Reform der Bildungssysteme könnten die Menschen dann nur drei Tage die Woche für jeweils vier Stunden am Tag arbeiten. Ma saß laut "Bloomberg" auf der Konferenz zusammen mit Elon Musk auf dem Podium, dem Gründer und CEO von Tesla. Der Elektroautopionier baut Fertigungsanlagen in der chinesischen Stadt.

Als Beispiel dafür, wie durch technologische Entwicklungen mehr Zeit für Freizeit gewonnen werden könnte, führte Ma Strom an. Die Kraft der Elektrizität bestehe darin, dass den Menschen mehr Zeit gegeben würde, damit sie abends zum Karaoke oder zur Tanzparty gehen könnten. "Ich denke, aufgrund der künstlichen Intelligenz werden die Menschen mehr Zeit haben, Menschen zu sein", sagte der Multimilliardär dem Bericht zufolge, dessen Vermögen von "Forbes" auf rund 40 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Ma forderte, dass sich in den nächsten zehn, zwanzig Jahren jede Regierung, jedes Land und jeder Mensch auf die Reform des Bildungssystems konzentrieren und sicherstellen solle, dass "unsere Kinder einen Job finden, der nur drei Tage die Woche und nur vier Stunden am Tag erfordert". Jedoch müsste dafür das Bildungssystem geändert werden, andernfalls geriete man in Schwierigkeiten.


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Dass sich Ma für kurze Arbeitszeiten und mehr Freizeit ausspricht, ist umso erstaunlicher, da er erst vor ein paar Monaten noch für die Sechs-Tage-Woche mit Arbeitszeiten von 12 Stunden plädierte - die in China auch mit der Zahlenzeihe 996 umschrieben wird. Eine 72-Stunden-Woche sei kein Problem, nur wer seine Arbeit nicht möge, empfinde jede Minute als Qual. "Wenn wir etwas finden, das wir mögen, ist 996 kein Problem", so Ma damals.

Auf dem Forum unterstrich Ma, er mache sich keine Sorgen um Jobs. KI helfe den Menschen, anstatt nur ihre Arbeit zu streichen. "Computer haben nur Chips, Männer haben das Herz. Es ist das Herz, von dem die Weisheit kommt", sagte Ma. Das derzeitige Bildungssystem sei jedoch veraltet - kreiert für die industrielle Zeit. Er sagte, zukünftige Bildungssysteme müssten den Menschen helfen, kreativer zu werden.

Musk stimmte Ma zu und vergaß nicht, sein Neuralink-Projekt zu bewerben, bei dem versucht wird, das menschliche Gehirn mit der KI zu verbinden. "Die Art und Weise, wie Bildung im Moment funktioniert, sei extrem langsam. "Mit Neuralink können Sie jedes Thema sofort hochladen werden, es wird wie die Matrix sein", so Musk.

akn

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