Namenstreit mit Supermarktkette Island will seinen Namen zurück

Iceland-Supermarkt: Der Handelskette droht Ärger mit dem gleichnamigen Inselstaat

Iceland-Supermarkt: Der Handelskette droht Ärger mit dem gleichnamigen Inselstaat

Foto: imago

Der Inselstaat Island will die Rechte an seinem Namen zurück. Die liegen - in einer ganzen Reihe von Bereichen  - in Europa nämlich mittlerweile nicht mehr bei dem Land selbst, sondern bei einer britischen Supermarktkette namens Iceland. Deren Namensgebung ist bereits mehr als 40 Jahre her. Doch hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer mehr Produktkategorien schützen lassen - von Haushaltsgeräten über Pflanzen und Lebensmittel bis hin zur Verwendung des Namens auf Plastiktüten.  

Und genau das geht dem Inselstaat nun allerdings zu weit. Das Land überlegt, Klage gegen den seiner Ansicht nach überbordenden Markenschutz einzulegen.

Anfangs habe man keinen Widerspruch eingelegt, da man nie vorgehabt hätte, einen Supermarkt zu betreiben, zitierte die BBC  einen Sprecher der isländischen Tourismusbehörde Promote Island. Doch nun stören sich mittlerweile auch isländische Unternehmen daran, dass sie durch einen ausländischen Konzern daran gehindert werden, den Namen ihres Heimatlandes für eigene Produkte zu benutzen.

In Island wird sogar generell in Frage gestellt, ob sich ein Unternehmen - ohne explizite Zustimmung der Bewohner - den Namen eines Landes schützen lassen können sollte.

Die Supermarktkette selbst, die in Europa mehr als 860 Läden betreibt und über beträchtliche Markenbekanntheit verfügt, beharrt indes auf seit mehr als 40 Jahren bestehende Namensrechte. Eine Verwechslungsgefahr mit dem Land selbst,

sieht das Unternehmen nicht. Dass Iceland von sich aus einlenken wird, ist eher nicht zu erwarten. Schließlich hat das Unternehmen, das zeitweise in Big Food Group umbenannt wurde - unter diesem Namen extrem schwierige Zeiten hinter sich , bevor es in Iceland umbenannt wurde. Selbst Unternehmen, die in der Vergangenheit zugekauft wurden,wurden auf den Traditionsnamen umfirmiert. 

Ein Bericht über ein für den 28. September geplantes Treffen der beteiligten Parteien wollte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber manager-magazin.de nicht bestätigen. Ob Island tatsächlich klagen wird, ist ebenfalls noch unklar.

Der Markenstreit ist nicht der erste seiner Art. Auch bei der Vergaben so genannter Top-Level-Domains gab es in der Vergangenheit Streitigkeiten, beispielsweise erfolglose als sich der Süßwarenkonzern Ferrero die Domain .kinder sicherte.

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