Samstag, 4. April 2020

Veganer Fleischersatz Impossible Foods imitiert jetzt auch Schweinefleisch

Vegetarische Snacks: Schwein Banh Mi auf der Pressekonferenz von Impossible Foods auf der CES

Angesichts seines erwarteten Börsengangs schmiedet der Vegane-Burger-Hersteller Impossible Foods schon jetzt an seiner Börsenstory und erweitert sein Produktportfolio für die weltweite Expansion. Wie Impossible Foods am Montag öffentlichkeitswirksam auf der Technikmesse CES ankündigte, will das Unternehmen künftig auch veganes Schweinefleischimitat produzieren.

Der US-Fleischersatzhersteller erhofft sich davon Rückenwind für die internationale Expansion - unter anderem in China. Dort präsentierte Impossible Foods erst kürzlich seine Produkte auf einer Messe. In China ist Schweinefleisch deutlich beliebter als Rindfleisch. Auch weltweit wird weit mehr Schwein als Rind verzehrt.

Als Partner für den Produktstart hat sich Impossible Foods dabei die Fastfoodkette Burger King ausgeschaut, berichtet die Nachrichtengagentur Bloomberg. Mit der Kette hatte das Unternehmen bereits erfolgreich bei seinem Rindfleisch-Bratling zusammengearbeitet. Der Verkaufsstart des Impossible Whopper hatte Berichten zufolge den Umsatz der Fastfoodkette beflügelt. Im dritten Quartal waren die Verkäufe den Angaben zufolge in bestehenden Burger-Läden um 4,8 Prozent gestiegen.

Ab nächster Woche soll das vegane Schweinefleisch zunächst testweise in 67 amerikanischen Burger-King-Restaurants in Form sogenannter Croissan'wichs erhältlich sein.

Noch keine Aussagen zu möglichem Börsengang

Zu Plänen für einen womöglich noch 2020 bevorstehenden Börsengang wollte sich Firmengründer Patrick O. Brown auf der CES nicht äußern. Anfang Dezember hatte die Nachrichtenagentur Reuters über einen möglichen IPO sowie eine neue Finanzierungsrunde berichtet, mit der Impossible Foods zwischen 300 und 400 Millionen Dollar einsammeln wolle, um sich für weiteres Wachstum zu rüsten. Solle diese erfolgreich sein, könnte die Bewertung des Unternehmens auf drei bis fünf Milliarden Dollar steigen, hieß es.

Allerdings ist Impossible Foods mit seinen Expansionsplänen nicht alleine. So produziert auch der bereits börsennotierte Rivale Beyond Meat sowohl Schweinefleisch- als auch Hühnerfleischimitat und hat sich für den Restaurantvertrieb von letztem die Fastfoodkette Kentucky Fried Chicken als Partner gesucht. Und auch klassische Lebensmittelkonzerne und Fleischhersteller wie Nestlé, Kellogg, Tyson Foods, Conagra Brands, Hormel Foods, Perdue Farms und Smithfield drängen mit Fleischersatzprodukten auf den Markt.

Auch in Deutschland wollen traditionelle Fleischproduzenten am Fleischlos-Trend mitverdienen. Neben der Rügenwälder Mühle mit ihren Fleischersatzprodukten produziert etwa der oberpfälzische Metzger Ponnath den veganen "Wonder Burger" von Aldi. Die hauseigene Lidl-Variante kommt von der Cloppenburger Firma Vefo.

Welch großes Interesse Anleger an Fleisch-Ersatzherstellern haben, zeigte im vergangenen Jahr der US-Konkurrent Beyond Meat. Dessen Aktienkurs hatte nach dem Börsengang im Mai zunächst um rund 700 Prozent auf mehr als 200 Dollar pro Aktie zugelegt und eine Marktkapitalisierung im zweistelligen Milliardenbereich erreicht. Inzwischen hat die Aktie allerdings wieder deutlich verloren - sie notierte zuletzt aber immer noch mehr als 100 Prozent über ihrem Ausgabewert.

Laut einer Analyse der Marktforscher von Reports and Data soll der weltweite Markt für Fleischersatzprodukte von 2018 rund 4,5 Milliarden Dollar bis 2026 auf rund 7,7 Milliarden Dollar wachsen.

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