Donnerstag, 22. August 2019

Umstrittene Beschleunigungsmethoden bei Elon Musks Tunnelprojekt  Schneller als erlaubt

Mann im Tunnel: Tesla-Chef Elon Musk hat den ersten Test-Tunnel für das unterirdische Verkehrsprojekt Hyperloop vorgestellt

Mit 250 Stundenkilometern wie in einer Rohrpost durch die Stadt rasen: Elon Musks "Boring Company" hat am Dienstagabend bei Los Angeles einen Testtunnel für den "Hyperloop" vorgestellt. Doch es gibt auch eine Menge Kritik.

Als Elon Musk am Dienstagabend nahe Los Angeles den ersten Tunnel seiner Boring Company vorstellte, war seinem Projekt Aufmerksamkeit gewiss. Entstanden aus Musks Ärger über das existierende Verkehrschaos, hat das 2016 gegründete Unternehmen "The Boring Company" innerhalb von nur zwei Jahren ein erstes Vorzeigeprojekt - einen etwa zwei Meilen (mehr als drei Kilometer) langen Testtunnel - aus dem Boden gestampft. Eine geradezu revolutionäre Geschwindigkeit für ein derartig neues Verkehrsprojekt - auch wenn der Tunnel lediglich rund 3 Kilometer lang ist - und es durchaus Verzögerungen gab.

Um diese Tempo vorzulegen, hat Musk allerdings offenbar eine ganze Reihe von Tricks angewandt, die aus politischer und buchhalterischer Sicht nicht unumstritten sind.

So bemängeln Kritiker, dass Musk bei seinem Vorzeigeprojekt im kalifornischen Hawthorne, durch geschickte Unterteilung der Tunnelstrecke Mitspracherechte der Bevölkerung umgangen hat. Und sich für sein Pilotprojekt speziell eine Gegend ausgesucht hat, in der er wegen der wenig wohlhabenden Bevölkerungsstruktur kaum juristischen Gegenwind zu erwarten hatte. Ein anderes Projekt in einem deutlich wohlhabenderen Stadtteil, der so genannte Sepulveda-Tunnel, war wegen Beschwerden aus der Bevölkerung gestoppt worden.

Sehen Sie im Video: Elon Musk eröffnet Testtunnel

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Bild: CBS / BORING COMPANY HANDOUT

Zum anderen hat es Musk offenbar mit der Trennung von Assets aus seinen verschiedenen Unternehmen nicht so eng genommen, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Nicht nur, dass der Probetunnel von Musks Boring Company zu einem anderen Unternehmen Musks, nämlich der Raumfahrtfirma SpaceX führt.

Dem Zeitungsbericht zufolge waren auch Beschäftigte von Space X, die eine von Space X angeschaffte Bohrmaschine nutzten, am Tunnelbau beteiligt - ohne dass der Verwaltungsrat des Raketenbauers dieser Unterstützung zugestimmt hätte.

Ein Vorgehen, dass offenbar einige SpaceX-Investoren durchaus kritisch sahen - da weitgehend Musk als klarer Mehrheitseigner der Boring Company von den Einnahmen aus dem Projekt profitieren sollte. Mitterweile soll die Leistung aber über eine 6-prozentige Beteiligung an der Boring Company abgegolten worden sein, schreibt das Blatt weiter.

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