Neuer Investor für abstiegsbedrohten Fußball-Klub HSV präpariert sich für 2. Liga

Besser aufstehen: HSV-Spieler Ivo Ilicevic in der ersten Halbzeit des ersten Relegationsspiels gegen den Karlsruher SC. Endstand: 1:1.

Besser aufstehen: HSV-Spieler Ivo Ilicevic in der ersten Halbzeit des ersten Relegationsspiels gegen den Karlsruher SC. Endstand: 1:1.

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Der Hamburger SV kann zumindest außerhalb des Platzes einen Erfolg verzeichnen. Nach Informationen von manager-magazin.de hat die HSV Fußball AG, in die das mit dem Abstieg aus der Bundesliga ringende Profi-Team ausgegliedert ist, einen dritten Investor gewinnen können.

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Der Deal verschafft dem Klub finanziellen Spielraum, der vor allem bei einem Sturz in die zweite Liga bedeutsam wird. Allein mit den dann sinkenden Einnahmen etwa aus TV-Übertragungen, Marketing und Karten-Verkäufen könnte es der AG schwerfallen, die hohen Personalkosten der Profi-Fußballer zu finanzieren. Spieler, Betreuer, Trainer und Management verschlangen in der laufenden Spielzeit rund 50 Millionen Euro. Die sportliche Zukunft entscheidet sich am kommenden Montagabend im Rückspiel beim Karlsruher SC. Das Hinspiel in Hamburg war am Donnerstagabend 1:1 ausgegangen.

Den Vertrag mit dem neuen Investor haben HSV-Vorstand und Aufsichtsratschef Karl Gernandt, 54, schon vor dem ersten Relegationsspiel abgesegnet. Er soll auch für die zweite Liga gelten. Die Identität des Investors konnte manager-magazin.de am Freitag zunächst nicht ermitteln, ebenso wenig wie die Höhe des Engagements. Es soll aber deutlich unter den 18,75 Millionen Euro liegen, die Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne für 7,5 Prozent ausgegeben hatte. Als zweiter Investor hatte unlängst der Landwirt Helmut Bohnhorst für 4 Millionen Euro 1,5 Prozent Anteile erworben.

Insgesamt plant der Vorstand unter Dietmar Beiersdorf den Verkauf von 24,9 Prozent der Anteile. Ein Drittel, also 8,3 Prozent, soll an einen Investor mit strategischem Interesse gehen. Erste vorsichtige Kontaktaufnahmen unter anderem mit dem Sportartikelkonzern Adidas sind nach Informationen von manager-magazin.de aber bislang ergebnislos verlaufen.

Ein HSV-Sprecher sagte auf Anfrage, er wolle den Einstieg eines weiteren Investors nicht bestätigen. Aufsichtsratschef Gernandt ließ eine Bitte um Rückruf unbeantwortet. In den Lizenz-Unterlagen für die erste Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte müsste die HSV Fußball AG den neuen Investor aber aufführen. Die Dokumente müssten im Falle des Abstiegs bis zum 3. Juni bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eintreffen.