Mittwoch, 13. November 2019

Milliardenschwere Offerte möglich Kopiererhersteller Xerox prüft Übernahme von PC-Urgestein HP

HP-Logo in Palo Alto, Kalifornien: Bis 2015 hieß das Unternehmen Hewlett-Packard Company, dann wurde das Servergeschäft Hewlett Packard Enterprises abgespalten und das verbleibende Unternehmen in HP Inc. umbenannt

Der wegen der wachsenden Bedeutung der Internetcloud unter Druck stehende Kopierer- und Druckerhersteller Xerox Börsen-Chart zeigen prüft offenbar eine Übernahme des PC- und Druckerherstellers HP. Xerox erwäge eine Offerte in bar sowie in Aktien für HP, die über dem Marktwert von HP in Höhe von rund 27 Milliarden US-Dollar (24,3 Milliarden Euro) liegen würde, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch auf seiner Internetseite unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Xerox habe die informelle Zusage einer Bank zur Finanzierung. Noch sei aber keine Entscheidung getroffen. Die beiden US-Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.

Ein Zusammenschluss könnte den Unternehmen, die mit dem Wandel der Branche ringen, frischen Schwung verleihen. Zudem wären in überlappenden Bereichen wohl deutliche Einsparungen möglich.

Frisches Geld erhofft sich Xerox aktuell durch den Verkauf des Anteils an einem Gemeinschaftsunternehmen mit Fujifilm an den japanischen Technologiekonzern für 2,3 Milliarden Dollar. Xerox habe sich außerdem eine informelle Finanzierungszusage einer großen Bank gesichert. Dennoch bleibt unklar, wie der Konzern den Riesen-Zukauf stemmen will.

HP ist mehr als dreimal so groß wie Xerox

Der Aktien-Kurs von HP stand nach Veröffentlichung der Nachricht im Frankfurter Handel im Plus, das Papier von Xerox Börsen-Chart zeigen verlor dagegen. HP ist mehr als dreimal so groß wie Xerox. Jedes Gebot würde eine Prämie auf den derzeitigen Aktienkurs von HP enthalten, erklärten die Personen.

Xerox stellt Drucker und Kopierer her und macht den meisten Umsatz mit Vermietung und Wartung. HP verkauft kleinere Drucker und ist zugleich einer der größten PC-Hersteller weltweit. HP verkündete Anfang Oktober Sparmaßnahmen inklusive eines Abbaus von 9000 Stellen. Außerdem solle das Druckergeschäft wiederbelebt werden, hieß es. Das erziele zwar tendenziell höhere Gewinne, habe jedoch Probleme, weil die Kunden Tintenpatronen woanders einkaufen.

HP verkaufte in der Vergangenheit Drucker mit Verlusten und verdiente dann Geld mit dem Verkauf von Druckerpatronen. Mit einem neuen Geschäftsmodell will HP Kunden beim Kauf eines Drucker mit wiederkehrenden Rabatten an Tintenpatronenkäufe binden. Außerdem investiert HP in 3-D-Druck.

Die Aktienkurse der Unternehmen entwickelten sich in letzter Zeit unterschiedlich: Das Xerox-Papier legte um in diesem Jahr um 84 Prozent zu - nach der Bekanntgabe des Sparprogramms und starker Quartalszahlen. Der Kurs von HP ging um 10 Prozent seit Jahresbeginn zurück.

mg/dpa-afx, rtr

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