"Maximale Freiheit bei der Freizeitgestaltung" Hamburger Hafenarbeiter machen, was sie wollen

Spediteure klagen häufig über Probleme bei der Container-Abfertigung am Hamburger Hafen. Ein Gutachten der Hafengesellschaft HHLA kommt zu dem Schluss: Für die Arbeiter am Terminal ist die Freiheit bei der Freizeitgestaltung wichtiger als die Verladung der Waren.
Von mm-newsdesk
Containerverladung am Hamburger Hafen: Die Arbeiter am Burchardkai seien weitgehend sich selbst überlassen, lautet das Urteil eines Gutachtens. Im Vordergrund stünde ein "maximaler Freiheitsgrad in der Freizeitgestaltung"

Containerverladung am Hamburger Hafen: Die Arbeiter am Burchardkai seien weitgehend sich selbst überlassen, lautet das Urteil eines Gutachtens. Im Vordergrund stünde ein "maximaler Freiheitsgrad in der Freizeitgestaltung"

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS

Ein Gutachten des HHLA-Vorstands kommt zu dem Schluss, dass die Organisationsstruktur am Terminal mangelhaft sei und den Beschäftigten zu viele Freiräume lasse. Dies berichtet das "Hamburger Abendblatt " (Freitagsausgabe), dem das Gutachten vorliegt. Über viele Jahre sei der Containerterminal Burchardkai "sich selbst und seinen Beschäftigten überlassen" gewesen, zitiert das Abendblatt aus dem Gutachten. Für die im MDax notierte Gesellschaft ist dieses Urteil verheerend.

"Containerumschlag, Gewinnerzielung und Beschäftigungssicherung sind für viele Beschäftigte nachgeordnete Organisationszwecke. An erster Stelle steht die Chance auf außerordentlich hohe private Einkommen bei maximalen Freiheitsgraden in der Freizeitgestaltung - und das alles bei relativ geringem Zeitaufwand", heißt es in dem Gutachten des Beratungsunternehmens Metaplan. Arbeitszeiten von vier oder sechs Stunden pro Tag waren bislang normal, so das Abendblatt.

Der Arbeitsdirektor der HHLA, Personalvorstand Heinz Brandt, habe mit den Arbeitnehmervertretern über viele Monate über eine Einführung von Arbeitszeiten verhandeln müssen, die in der freien Wirtschaft völlig normal sind. Dazu musste am Containerterminal Borchardkai das so genannte "Pensum" abgeschafft werden. Diesem zufolge konnten die Terminal-Mitarbeiter nach Hause gehen, wenn bestimmte Umschlagmengen erreicht wurden - egal ob sie sechs oder nur vier Stunden brauchten.

Der HHLA-Vorstand räumt laut Abendblatt Mängel ein und erklärt, bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet zu haben. "Es hat Fehler auf allen Führungsebenen gegeben, wir haben daraus die Konsequenzen gezogen, und das Management wurde verändert", sagte Brandt.

la/mmo
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