Samstag, 20. Juli 2019

Heute Abend streiken die Lokführer GDL schmettert Bahn-Angebot ab

GDL-Mitglieder in Fulda: "Es macht sich langsam Wut in unseren Kreisen breit"

Als "alten Wein in neuen Schläuchen" bezeichnet GDL-Chef Weselsky das aktuelle Tarifangebot der Bahn. Es bleibt dabei: Heute Abend streiken die Lokführer - nicht nur im Güterverkehr.

Berlin - Die Lokführergewerkschaft GDL will heute Abend wie geplant für drei Stunden in den Warnstreik treten. Das am Morgen vorgelegte neue Angebot der Deutschen Bahn (DB) sei "alter Wein in neuen Schläuchen", sagte GDL-Chef Claus Weselsky dem Fernsehsender N24. Er sei "nicht nur enttäuscht" von diesem Angebot, "sondern es macht sich langsam Wut in unseren Kreisen breit".

Die Bahn versuche die GDL in einen "Monate währenden Prozess hinein zu zwingen", so Weselsky, an dessen Ende ein Kooperationsabkommen stehe, das der Gewerkschaft die bestehende Tarifmächtigkeit nehmen solle.

In dem Tarifstreit mit der DB geht es nicht nur um höhere Löhne, sondern auch um einen Machtkampf zwischen der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Sie streiten darum, wer für welche Mitarbeitergruppe die Verhandlungen führen darf. Nachdem eine bislang bestehende Übereinkunft ausgelaufen war, wollen beide Gewerkschaften nun jeweils das gesamte Personal vertreten.

Auch Piloten drohen mit neuen Streiks

Bahn-Personalchef Ulrich Weber hatte erst am Montag bekräftigt, Ziel der DB bleibe es, eine Kooperationsabrede mit beiden Gewerkschaften zu vereinbaren. So wolle die Bahn konkurrierende Tarifverträge vermeiden.

Auch die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) droht mit neuen Streiks, so dass Reisende zum Ferienende mit weiteren Behinderungen rechnen müssen. VC erklärte, es sei Lösung des Streits mit der Lufthansa Börsen-Chart zeigen in Sicht. Dabei geht offiziell vor allem um Regelungen zur Frührente. Wie der "Spiegel" berichtet, protestieren die Piloten aber in erster Linie gegen Pläne von Lufthansa-Chef Carsten Spohr zur Schaffung neuer Billigmarken.

Vergangenen Freitag hatten die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings für sechs Stunden die Arbeit niedergelegt. Mehr als 100 Flüge fielen aus.

ts/afp/rtr

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