Montag, 24. Februar 2020

Abschied von Hertha BSC Klinsmann tritt zurück - Rückschlag für Windhorst

Jürgen Klinsmann: Abschied als Hertha-Cheftrainer

Nach nur elf Wochen ist Jürgen Klinsmann völlig überraschend als Chefcoach des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC zurückgetreten. Der ehemalige Bundestrainer erklärte seinen Entschluss bei Facebook mit fehlendem Vertrauen beim Berliner Club.

"Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente", schrieb der 55-Jährige am Dienstag bei Facebook. "Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden." Nun wolle er sich auf seine Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückziehen.

Die Hertha war zunächst völlig überrascht. Die Medienabteilung hatte keine Kenntnis vom Entschluss des früheren Fußball-Bundestrainers. "Insbesondere nach der vertrauensvollen Zusammenarbeit hinsichtlich der Personalentscheidungen in der für Hertha BSC intensiven Wintertransferperiode gab es dafür keinerlei Anzeichen", sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz. Zunächst werde Co-Trainer Alexander Nouri die Mannschaft betreuen.

Windhorst investierte 80 Millionen in neue Spieler und in Klinsmann-Projekt

Noch am Montagabend hatte Klinsmann für sein Projekt bei der Hertha geworben und im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mindestens Platz 15, also den sicheren Klassenverbleib, am Saisonende versprochen. Am Samstag gastieren die Berliner bei Schlusslicht SC Paderborn in einem wegweisenden Spiel für den Abstiegskampf.

Der Abschied von Klinsmann ist auch ein Rückschlag für die ambitionierten Pläne von Hertha-Großaktionär Lars Windhorst. In der Winterpause hatte Hertha mit den Millionen von Geldgeber Lars Windhorst kräftig auf dem Transfermarkt investiert. Für die vier Profis Santiago Ascacibar, Krzysztof Piatek, Matheus Cunha und Lucas Tousart blätterte der Hauptstadt-Club fast 80 Millionen Euro hin.

Windhorst hatte sich zum Ziel gesetzt, den Großstadtclub Hertha BSC als Marke zu etablieren und möglichst rasch ins internationale Fußballgeschäft zu führen. Allerdings bleibt Klinsmann auch nach seinem Rückzug als Trainer noch Mitglied im Aufsichtsrat bei Hertha BSC - er bleibt also als Aufsichtsratsmitglied an Klinsmanns Seite.

Windhorst: "Ich bedauere diesen Schritt sehr"

"Ich habe gestern von der Entscheidung erfahren. Ich bedauere diesen Schritt von Jürgen Klinsmann sehr", sagte Windhorst am Dienstag. Windhorst war nach eigener Aussage offenbar schon vorab vom früheren Bundestrainer informiert worden. Der Investor hatte Klinsmann zunächst in den Aufsichtsrat der Hertha geholt.

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