Die nächste mögliche Milliarden-Offerte eines Dax-Konzerns Mehr Kosmetik - Henkel nimmt Vogue International ins Visier

Der Konsumgüterriese Henkel nimmt Insidern zufolge erneut einen Shampoo-Hersteller ins Visier - knapp ein Jahr nach dem verlorenen Bieterrennen um Wella.
Forscher Auftritt: Der neue Henkel-Chef Hans Van Bylen hat Zukäufe auf der Agenda. Ein Jahr nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von Wella sondiert Henkel nun laut Insidern eine Übernahme in den USA

Forscher Auftritt: Der neue Henkel-Chef Hans Van Bylen hat Zukäufe auf der Agenda. Ein Jahr nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von Wella sondiert Henkel nun laut Insidern eine Übernahme in den USA

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Der Düsseldorfer Dax-Konzern Henkel (Persil, Pritt, Schwarzkopf) habe in einer ersten Runde ein Gebot für Vogue International mit Sitz in Florida abgegeben, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit würde sich Henkel  unter seinem neuen Chef Hans Van Bylen knapp ein Jahr nach dem verlorenen Bieterrennen um Wella wieder um einen Kosmetikhersteller bemühen.

Interesse an Vogue haben den Insidern zufolge unter anderem auch Unilever und L'Oreal. Der Produzent von Haar- und Körperpflege-Produkte aus Clearwater könnte demnach mit 2,5 bis drei Milliarden Dollar bewertet werden. Henkel lehnte eine Stellungnahme ab, bei Unilever, L'Oreal und Vogue war zunächst niemand zu erreichen.

Der seit Anfang Mai amtierende Henkel-Chef Van Bylen hatte erst vergangene Woche betont, sich nach Übernahmezielen umzuschauen. "Zukäufe sind auf unserer Agenda", hatte der Belgier gesagt. Sie müssten aber strategisch zu Henkel passen und der Preis müsse vernünftig ausfallen.

Van Bylen, der seit 1984 für Henkel arbeitet und zuletzt im Vorstand den Kosmetikbereich verantwortete, kann sich einer prall gefüllten Kasse bedienen. Bereits sein Vorgänger Kasper Rorsted, der zu Adidas wechselt, hatte sich nach Zukäufen umgeschaut.

"Zukäufe sind auf unserer Agenda"

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An der Börse notierten die Henkel-Aktien am Dienstag zunächst leicht im Minus, drehten dann aber im Handelsverlauf ins Plus. Ein Händler sagte, auf den ersten Blick könnte es teuer werden, aber Henkel könne das stemmen.

Vogue International wurde 1987 von Firmenchef Todd Christopher gegründet. 2014 stieg für rund 400 Millionen Dollar der Finanzinvestor Carlyle mit 49 Prozent ein. Medienberichten zufolge setzt die Firma weniger als 300 Millionen Euro im Jahr um.

Im vergangenen Jahr hatte Henkel im Rennen um die Procter&Gamble -Tochter Wella den Kürzeren gezogen. Der US-Konsumgüterkonzern P&G gab dem Parfümhersteller Coty den Vorzug. Nach Wella hatte Henkel schon einmal seine Fühler ausgestreckt. Die Düsseldorfer wollten ihren Rivalen vor zehn Jahren übernehmen, doch P&G schnappte ihnen die Traditionsmarke für über sechs Milliarden Euro vor der Nase weg. Den letzten großen Milliarden-Kauf hatte Henkel 2008 in der Klebstoffsparte gestemmt. Bisher stammt die Hälfte des Umsatzes aus dem Verkauf von Klebstoffen, knapp 30 Prozent werden mit Waschmitteln erzielt, der Rest mit Kosmetikprodukten.

la/reuters