Hauptversammlung als Abschiedsfeier für Michael Diekmann "Sie haben sich um die Allianz verdient gemacht"

Von mm-newsdesk
Führungswechsel: Allianz-CEO Michael Diekmann (links) übergibt nach zwölf Jahren im Amt an seinen Nachfolger Oliver Bäte (rechts)

Führungswechsel: Allianz-CEO Michael Diekmann (links) übergibt nach zwölf Jahren im Amt an seinen Nachfolger Oliver Bäte (rechts)

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Führungswechsel bei Europas größtem Versicherer Allianz: Bei der Hauptversammlung in München erntete der langjährige Konzernchef Michael Diekmann an seinem letzten Arbeitstag jede Menge Lob. Auf seinen Nachfolger Oliver Bäte wartet unterdessen viel Arbeit - vor allem in den USA.

Bei der Hauptversammlung trat Diekmann nach zwölf Jahren im Amt zum letzten Mal als Vorstandschef auf. Von Donnerstag (7. Mai) an übernimmt Oliver Bäte als zehnter Chef in der Geschichte der Allianz  das Ruder.

Die Hauptversammlung in der Münchner Olympiahalle glich einer Abschiedsfeier für Diekmann: Etliche Aktionäre lobten den 60-Jährigen für seine Leistung und bescheinigten ihm glänzende Arbeit. Auch Aufsichtsratschef Helmut Perlet sprach von einer hervorragenden Bilanz. "Sie übergeben dieses Unternehmen in einer ausgezeichneten Verfassung."

Zur guten Stimmung trugen auch Rekordzahlen für das Jahr 2014 und die mit 6,85 Euro höchste Dividende in der Konzerngeschichte bei. "Sie haben sich um die Allianz verdient gemacht", sagte Aktionärsvertreterin Daniela Bergdolt.

Gewinnanstieg trotz Niedrigzins und Niklas

Auch der Start in 2015 ist gut gelaufen: Trotz Sturm "Niklas" legte der Überschuss der Allianz im ersten Quartal um elf Prozent auf gut 1,8 Milliarden Euro zu. Diekmann sieht den Konzern damit auf Kurs für das Jahresziel von mindestens 10 Milliarden Euro operativem Gewinn.

Bäte muss nun dafür sorgen, dass dieses Ziel erreicht wird. Der 50-Jährige stellte sich den Aktionären in wenigen Sätzen vor: Er lebe mit seiner Familie in Köln und wolle dort auch bleiben - auch wenn er München liebe.

Viel Zeit in der Heimat wird er in seinem neuen Amt aber ohnehin nicht haben: Eine seiner größten Baustellen bleibt der US-Vermögensverwalter Pimco, der nach einem Führungswechsel immer noch unter Mittelabflüssen leidet und Diekmann in den vergangenen Monaten viel Arbeit gemacht hat.

"Es war intensiv, hat aber immer Spaß gemacht"

Diekmann hatte den Chefposten bei der Allianz im Jahr 2003 zu einer schwierigen Zeit übernommen. Unter seiner Regie trennte sich der Konzern von der glücklosen Tochter Dresdner Bank und überstand die Finanzkrise damit weitgehend unbeschadet. Auch den Verkauf des verlustreichen Privatkundengeschäfts der US-Tochter Fireman's Fund brachte Diekmann in seinen letzten Monaten an der Spitze noch unter Dach und Fach.

Handshake: In zwei Jahren dürfte Diekmann wohl die Spitze des Allianz-Aufsichtsrates übernehmen

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"Es war intensiv, aber es hat immer Spaß gemacht", sagte er vor tausenden Aktionären. Mit etwas Abstand wird er voraussichtlich übernächstes Jahr die Spitze des Allianz-Aufsichtsrats übernehmen.

Die Allianz hatte den Führungswechsel bereits im vergangenen Jahr eingeleitet und Bäte zum neuen Chef gewählt. Hoffnungen auf den Posten hatte sich auch der Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß gemacht. Er ging aber leer aus und wechselt nun zum schärfsten Konkurrenten Ergo.

Diekmann sieht das gelassen: Viele Manager an der Spitze anderer Versicherungen kämen von der Allianz.

Neuer Allianz-Chef Bäte kommt von McKinsey

Ab morgen übernimmt Oliver Bäte die operative Führung der Allianz. Die Arbeit bei einem Versicherer hat Bäte erst spät für sich entdeckt: Nach Banklehre und Studium machte er anderthalb Jahrzehnte lang Karriere bei der Unternehmensberatung McKinsey, bevor er 2008 direkt von außen in den Allianz-Vorstand berufen wurde. Schon ein Jahr später beerbte er Helmut Perlet als Controlling-Chef von Europas größtem Versicherer und galt schnell als möglicher Kronprinz.

Jetzt folgt der Sprung an die Spitze des Dax-Konzerns. Nach der heutigen Hauptversammlung übernimmt Bäte das Ruder von Allianz-Chef Michael Diekmann.

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la/dpa/reuters
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