Freitag, 6. Dezember 2019

US-Motorradikone im Niedergang Fünf Fakten zur Misere von Harley-Davidson

5. Teil: Neue Zielgruppen verzweifelt gesucht

Motorradausbildung bei Harley-Händler in Saudi-Arabien

Als wichtigsten "Kulturwandel" in der strategischen Orientierung des Unternehmens nennt Levatich, dass Harley-Davidson sich nicht mehr darüber definieren soll, Motorräder zu bauen, sondern Motorradfahrer heranzuziehen. Statt als reine Verkaufsmaschinen sollen die 1500 unabhängigen Händler dafür sorgen, die Fangemeinde zusammenzuhalten und neue Kunden fürs Motorradfahren zu begeistern.

Denn die alten Harley-Käufer sterben aus. In einem Interview mit dem Magazin "Cycle World" spricht Levatich davon, Großväter unter den Harley-Fans sollten ihre Enkel heranführen. Die klassische Zielgruppe der "Baby Boomer" nähert sich der Altersgrenze. Laut dem CEO sind die Motorradfahrer nur 2,8 bis 2,9 Prozent der erwachsenen Amerikaner. "Wir sind eine seltene Spezies."

Offiziell peilt das Unternehmen an, die Zielgruppe in zehn Jahren um zwei Millionen neue Motorradfahrer zu erweitern - die dann vielleicht neue Motorräder kaufen, vielleicht auch nicht. Für das vergangene Jahr feiert Levatich schon 32.000 neue Fahrer als Erfolg. Den Preiswettbewerb mit dem Wettbewerber Polaris (zu dem auch die Marke Indian gehört) will Harley-Davidson nicht eingehen. "Der wichtigste Wettbewerber sind alte Harleys", sagt der Chef. Denn auf dem Gebrauchtmarkt verfielen die Preise, auch weil reichlich vorhandene alte Maschinen sich lange hielten und kaum Nachteile gegenüber Neufahrzeugen hätten.

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