Samstag, 18. Januar 2020

Größte deutsche Reederei Hapag-Lloyd tiefrot - Hoffen auf Fusion mit Arabern

Containerriese von Hapag-Lloyd vor San Francisco: Die Reederei schreibt dicke Verluste

Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd setzt nach einem Verlust im ersten Halbjahr auf volle Fahrt bei der geplanten Fusion mit dem arabischen Rivalen UASC. Der Zusammenschluss mit der United Arab Shipping Company (UASC) berge hohes Sparpotenzial, sagte Konzernchef Rolf Habben Jansen am Mittwoch bei der Vorlage einer von ihm selbst als enttäuschend bezeichneten Zwischenbilanz.

"Auf Grund des schwierigen Marktumfelds ist es umso wichtiger, die Transaktion mit UASC schnellstmöglich umzusetzen", so Habben Jansen. In den ersten sechs Monaten machten dem Hamburger Unternehmen scharfer Wettbewerb, verhaltenes Wirtschaftswachstum in vielen Teilen der Welt und rückläufige Frachtraten zu schaffen.

In der zweiten Jahreshälfte müssten die Kosten weiter gesenkt werden, betonte Habben Jansen. Von der Fusion mit den Arabern verspricht er sich jährliche Einsparungen von netto mindestens 400 Millionen Dollar. Die ersten Effekte könnten bereits 2017 spürbar werden, wenn das Geschäft wie geplant bis Ende 2016 unter Dach und Fach gebracht werden kann.

Hapag-Lloyd hat die kartellrechtliche Genehmigung beantragt und will die Aktionäre am 26. August über das Vorhaben abstimmen lassen, das das Ergebnis zunächst belasten dürfte. Für die Hanseaten ist es bereits die zweite Fusion binnen kurzer Zeit: 2014 hatten sie die Containersparte der Reederei CSAV aus Chile übernommen.

Gerade der Zusammenschluss mit den Lateinamerikanern hat Hapag-Lloyd zufolge in der ersten Jahreshälfte Kostensenkungen ermöglicht. Insgesamt verlaufe das Sparprogramm nach Plan. Dies habe aber nicht den Rückgang der durchschnittlichen Frachtraten um fast ein Fünftel ausgleichen können. Der Umsatz fiel um 19 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, der Betriebsverlust (Ebit) betrug 39,7 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der fast 170 Jahre alte Konzern noch ein Plus von knapp 268 Millionen Euro verbuchen.

Überkapazitäten und sinkende Frachtpreise halten die Containerschifffahrt seit Jahren am Boden. Deshalb schließen sich immer mehr Reedereien zusammen oder bilden Allianzen, um Kosten zu senken. Diese Konsolidierung könnte nun zu etwas mehr Preisstabilität beitragen, sagte Habben Jansen. Ab dem dritten Quartal könnten die Frachtraten steigen, bis zu einer richtigen Stabilisierung dürften aber noch 18 bis 24 Monate vergehen.

Die Aktien des SDax -Unternehmens sanken um 2,8 Prozent.

cr/rtr

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