Protest gegen Braunkohle-Abbau von RWE Dutzende Festnahmen und Verletzte im Hambacher Forst

Die Polizei ist im Hambacher Forst zu Aktivisten vorgedrungen, die sich in einem Schacht verschanzt hatten. Die Beamten konnten sie zum Aufgeben überreden. Dutzende Braunkohlegegner wurden festgenommen.
Räumungsarbeiten im Hambacher Forst

Räumungsarbeiten im Hambacher Forst

Foto: Christophe Gateau/ dpa

Bei der Räumungsaktion im Hambacher Forst hat die Polizei 34 Braunkohlegegner festgenommen. Neun Personen seien leicht verletzt worden, teilte die Polizei Aachen in der Nacht zum Sonntag mit. Darüber hinaus seien 62 Platzverweise erteilt worden.

Einsatzkräfte der Grubenwehr konnten am frühen Sonntagmorgen zu zwei in einem Schacht verschanzten Aktivisten vordringen. Diese seien überzeugt worden, freiwillig das gefährliche Bauwerk zu verlassen, teilte die Feuerwehr Kerpen am Sonntagmorgen mit. Beide Aktivisten seien gesund.

Zuvor mussten die Retter den Schacht wegen Einsturzgefahr sichern. Aufgrund der erhöhten Konzentration von Kohlenstoffdioxid leiteten die Einsatzkräfte frische Luft in den Schacht. Außerdem blockierten einige von den Aktivisten angelegte Sperren den Weg. In den frühen Morgenstunden hatten die Einsatzkräfte dann Sichtkontakt mit den Braunkohlegegnern. Nach Angaben der Polizei hielten sie sich in zwei Aushöhlungen auf, die in vier und zehn Meter Tiefe in den Schacht eingebaut waren.

Seit Beginn der Polizeiaktion am Donnerstag wurden nach Angaben der Polizei bis Samstagnachmittag 13 von rund 50 Baumhäusern, in denen sich die Aktivisten in 20 bis 25 Metern Höhe verschanzen, geräumt und beseitigt.

Während der Nacht war die Polizei nur mit wenigen Beamten vor Ort. Zu einer Mahnwache an der Zufahrtsstraße L257 kamen zwischenzeitlich 300 Braunkohlegegner, in den frühen Morgenstunden waren es noch etwa 15. Bereits am Donnerstag hatten sich Demonstrierende den Aktivisten angeschlossen.

In dem Wald protestieren Braunkohlegegner gegen eine bevorstehende Rodung. Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Waldes westlich von Köln abholzen, um weiter Braunkohle abbauen und benachbarte Braunkohlekraftwerke weiterbetreiben zu können.

 la/dpa
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