Samstag, 20. Juli 2019

Wohnungskonzern Showdown bei GSW Immobilien

GSW Immobilien: Das richtige Verständnis von Corporate Governance?

2. Teil: Finanzen, Kommunikation, neue Zentrale - Immer wieder die alten Bekannten

An der Berufung des Ex-IVG-Finanzers moniert PGGM nun unter anderem, dass Kottmanns Leistungen bei der IVG nicht einwandfrei gewesen seien. Kottmann weist das zurück.

Zu den Vertrauten von John von Freyend gehört auch Kommunikationschef Thomas Rücker, ein umtriebiger PR-Mann, der auch schon Kommunikationschef der IVG war. Rücker betreibt zudem noch eine eigene Beratungsfirma, zu deren Kunden nicht nur die GSW gehört, sondern auch die Euref AG, ein Unternehmen, an dem John von Freyend beteiligt ist und in dessen Aufsichtsrat er sitzt.

Die Euref AG spielt auch noch in einem weiteren Fall eine Rolle, der die Frage aufwirft, ob Vorstand und Aufsichtsrat das richtige Verständnis von Corporate Governance haben.

Der Konzern möchte demnächst nämlich in eine neue Zentrale umziehen. Dafür stehen mehrere Objekte zur Auswahl, darunter eines von besagter Euref. Kottmann soll sich, so berichten Konzerninsider, weitgehend auf diese Immobilie festgelegt haben. Bei der GSW heißt es dazu, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Zuschlag für Euref wäre doppelt pikant

Erhielte das Projekt den Zuschlag, so wäre das gleich doppelt pikant. Der Hauptaktionär der Euref, der Berliner Immobilienentwickler Reinhard Müller, ist ein alter Bekannter von John von Freyend und Kottmann. Er verkaufte zwischen 1999 und 2003 in zwei Tranchen den einst die von ihm mitbegründeten Firma Wert-Konzept, einen Anbieter geschlossener Fonds, an die IVG.

Auch bei einem weiteren Unternehmen, der Hamborner REIT AG Börsen-Chart zeigen, lässt sich eine Verbindung zwischen den besagten Personen finden. So sitzen John von Freyend und Kottmann gemeinsam im Aufsichtsrat der Gesellschaft, die vor kurzem ebenfalls Gewerbeimmobilien von Müller erworben hat. Kommunikativ beraten wird der Hamborner REIT ebenfalls durch GSW-Sprecher Rücker.

Unklar ist derzeit noch, zu welchem Befund die mächtige Aktionärsberatung ISS kommt, die in den kommenden Tagen ebenfalls eine Stimmempfehlung für die GSW-Hauptversammlung abgeben will. Doch ganz gleich, wie diese ausfällt, turbulent dürfte es so oder so zugehen.

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