Reisebüros und -veranstalter schlagen Alarm Großteil der Reisebranche beinahe pleite

Frau in Reisebüro: Die Reisebranche wird durch die Corona-Krise schwer gebeutelt.

Frau in Reisebüro: Die Reisebranche wird durch die Corona-Krise schwer gebeutelt.

Foto: picture alliance/dpa

Der Deutsche Reiseverband (DRV) befürchtet eine Pleitewelle in der Tourismusbranche. 60 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter sehen sich unmittelbar von der Insolvenz bedroht, wie aus einer Umfrage des Verbandes unter seinen Mitgliedern hervorgeht, die der "Bild am Sonntag" vorliegt. Jedes fünfte Unternehmen musste demnach bereits Mitarbeiter entlassen, 80 Prozent der Unternehmen mussten staatliche Hilfen beantragen.

Die Mehrheit der rund 11.000 Reisebüros und 2300 Reiseveranstalter würden die Krise nicht überleben, "wenn die Bundesregierung nicht bald einen Schutzschirm über die Branche spannt", warnte DRV-Präsident Norbert Fiebig in der Zeitung. Schon jetzt seien mehr als 4,8 Milliarden Euro Umsatzausfälle zu beklagen, bisherige Soforthilfen würden nicht ausreichen.

Bereits am Samstag war bekannt geworden, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Nothilfen für die schwer gebeutelte Busbranche plant, die zum Teil ebenfalls dem Reisemarkt zuzurechnen ist. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, soll damit eine Pleitewelle verhindert werden. Die Lage der mittelständisch geprägten Branche wird wegen der starken Beschränkungen als dramatisch eingeschätzt.

In einer Branchenumfrage äußerte jedes vierte Unternehmen die Befürchtung, wegen des Geschäftseinbruchs nur noch vier Wochen durchzuhalten. Rund 60 Prozent hält sich nach eigener Einschätzung noch drei Monate über Wasser, wie der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer mitteilte.

cr/dpa-afx
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