Griechenland vor dem Referendum Tsipras will Verhandlungen bei "Nein" fortsetzen

Von mm-newsdesk
Alexis Tsipras: "Ich rufe Euch auf, mit "Nein" gegen die Spaltung und die Angstpropaganda zu stimmen"

Alexis Tsipras: "Ich rufe Euch auf, mit "Nein" gegen die Spaltung und die Angstpropaganda zu stimmen"

Foto: POOL/ REUTERS

18.30 Uhr: Das für Sonntag geplante Referendum in Griechenland über die Forderungen der Gläubiger des Landes kann wie geplant stattfinden. Das Oberste Verwaltungsgericht Griechenlands, der Staatsrat, wies am Freitagabend den Einspruch zweier Privatpersonen zurück und billigte damit die Abhaltung der Volksabstimmung. Das Gericht sah demnach keinen Verstoß gegen die Verfassung.

18 Uhr: Griechenlands Regierungschef Alexis Tspiras sieht in dem Referendum zum Sparkurs seines Landes keine Entscheidung über einen Abschied aus der Eurozone. Bei der Volksabstimmung am Sonntag gehe es vielmehr um die Frage, ob sein Volk weiter verarme, sagte Tsipras am Freitag in einer Fernsehansprache. Die Griechen würden am Sonntag ihre Zukunft in die "eigene Hand nehmen" und gegen die Sparprogramme der Gläubiger stimmen. "Ein Nein bedeutet nicht den Abbruch, sondern die Fortsetzung der Verhandlungen", versicherte Tsipras seinen Landsleuten. Diese Einschätzung hat Tsipras vermutlich exklusiv. EU-Diplomaten warnten, nach einem "Nein" der Griechen zur Sparpolitik drohe der "Grexit", also der Austritt Griechenlands aus dem Eurogebiet.

17.30 Uhr: Griechenlands Premier Tsipras wiederholte während einer TV-Ansprache seine schweren Vorwürfe gegen die Geldgeber. "Am Sonntag wird entschieden, ob wir unter dem Druck einer Erpressung die Fortsetzung der Sackgassen-Politik akzeptieren werden." Das griechische Volk müsse mit Entschlossenheit die Verhandlungskraft der Regierung stärken und damit der Sparpolitik ein Ende bereiten. "Ich rufe Euch auf, mit "Nein" gegen die Spaltung und die Angstpropaganda zu stimmen", sagte Tsipras.

EFSF-Chef Klaus Regling: "Zahlungsausfall offiziell festgestellt"

EFSF-Chef Klaus Regling: "Zahlungsausfall offiziell festgestellt"

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15.00 Uhr: Zwei Tage vor dem Referendum in Griechenland hat der Euro-Rettungsfonds das Land am Freitag für insolvent erklärt. Es sei offiziell Zahlungsausfall festgestellt worden, erklärte die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) am Freitag. Allerdings sei entschieden worden, von Athen "nicht die unmittelbare Rückzahlung von Krediten zu verlangen".

14.00 Uhr: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem dämpft die Hoffnungen auf eine Einigung mit Griechenland erneut. Die Äußerung seines griechischen Kollegen Yanis Varoufakis, wonach eine Übereinkunft in greifbarer Nähe ist, sei "komplett falsch".

Ziemlich beste Feinde: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem (rechts) ist zunehmend genervt von den Äußerungen seines griechischen Amtskollegen Varoufakis (links). Dessen jüngstes Gerede über eine mögliche Übereinkunft sei "komplett falsch", so Dijsselbloem

Ziemlich beste Feinde: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem (rechts) ist zunehmend genervt von den Äußerungen seines griechischen Amtskollegen Varoufakis (links). Dessen jüngstes Gerede über eine mögliche Übereinkunft sei "komplett falsch", so Dijsselbloem

Foto: REUTERS

13.05 Uhr: Die EU-Kommission teilt mit, dass es im Moment keine Gespräche mit Griechenland gibt. Auch die Eurogruppe hatte beschlossen, zunächst das Referendum am Sonntag abzuwarten.

13 Uhr: Nein und nochmals Nein. Die Bundesregierung bleibt auch nach alarmierenden Finanzberechnungen durch den Internationalen Währungsfonds bei ihrem Nein zu einem weiteren Schuldenschnitt für Griechenland. Aus dem vom IWF ermittelten Finanzbedarf sei "keinesfalls der Schluss abzuleiten, dass ein Schuldenschnitt zwingend erforderlich" sei, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums: Wenn man wie schon im April sage, die Probleme würden nicht über einen Schuldenschnitt gelöst, dann gebe es die Möglichkeit von Reformmaßnahmen.

Das Geld bleibt hier: Eine Milliarde Euro Zinsgewinne der Bundesbank sollten ursprünglich Griechenland zugute kommen. Da Athen seine Verpflichtungen im Zuge des zweiten Rettungspakets nicht erfüllt habe, soll das Geld nun in den Bundeshaushalt und nicht in den Rettungsfonds fließen

Das Geld bleibt hier: Eine Milliarde Euro Zinsgewinne der Bundesbank sollten ursprünglich Griechenland zugute kommen. Da Athen seine Verpflichtungen im Zuge des zweiten Rettungspakets nicht erfüllt habe, soll das Geld nun in den Bundeshaushalt und nicht in den Rettungsfonds fließen

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP

12.15 Uhr: Die Europäische Zentralbank will nach Worten von Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny am Montag - also nach dem Referendum - über weitere Notkredite für griechische Banken sprechen. Diese seien zuletzt nur bis Montag verlängert worden, sagt Nowotny der Nachrichtenagentur APA.

11.30 Uhr: In Griechenland wird wegen der Beschränkungen im Zahlungsverkehr das Kleingeld knapp. Jeder wolle mit 20-Euro-Scheinen vom Geldautomaten zahlen, sagt eine Gemüsehändlerin im Athener Vorort Piräus. Aber auch diese Banknoten werden knapp. Deswegen sinkt das Limit von 60 Euro am Tag am Geldautomaten in vielen Fällen auf 50 Euro. Touristen bekommen nach wie vor mehr Geld aus den Automaten.

11.00 Uhr: Die Menschen in Deutschland bewerten Schäubles konsequente Haltung gegenüber Griechenland offenbar positiv. Auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise ist der Minister bei deutschen Wählern so beliebt wie nie. Im Deutschlandtrend der ARD sagten 70 Prozent der Befragten, sie seien mit Schäubles Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Wie der WDR am Donnerstag mitteilte, war dies der bisher beste Wert für Schäuble in der regelmäßigen Befragung überhaupt. In Griechenland trifft Schäuble, der in der Schuldenkrise auf einen strikten Sparkurs in Athen pocht, hingegen verbreitet auf Ablehnung.

10.42 Uhr: Im Schuldenkonflikt mit Griechenland bleibt Bundesfinanzminister seiner Linie treu: Nach einem Bericht von "Focus" will der Minister Geld zurückfordern, das eigentlich für Griechenland bestimmt war. Dabei handelt es sich um Zinsgewinne der Deutschen Bundesbank mit griechischen Staatsanleihen. Insgesamt gehe es um etwa eine Milliarde Euro, die nun zusätzlich dem Bundeshaushalt zugute kommen könne, berichtet das Magazin. Das Geld sollte ursprünglich auf einem Konto des Euro-Rettungsfonds ESM gesammelt und nach Athen überwiesen werden. Da Athen seine Verpflichtungen im Zuge des zweiten Rettungspakets nicht erfüllt habe, sei das Geld zunächst auf dem Konto eingefroren worden. Mit dem Auslaufen des Programms am 1. Juli seien die griechischen Ansprüche verfallen, argumentiert Schäuble.

10.22 Uhr: Kurz vor dem Referendum der Griechen hat der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, den Kurs von Ministerpräsident Tsipras heftig attackiert. "Tsipras ist unberechenbar und manipuliert die Menschen in Griechenland, das hat fast demagogische Züge", sagte Schulz dem "Handelsblatt". Tsipras versuche zudem, die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen den Geldgebern zuzuschieben. "Jetzt gibt es eigentlich keine Gesprächsgrundlage mehr."

10.00 Uhr: Die erneute Eskalation der Griechenland-Krise hat einer Studie zufolge rund um den Globus binnen weniger Tage 300 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. Der Gesamtwert der 100 teuersten Aktiengesellschaften der Welt sank nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) vom 19. Juni bis zum 30. Juni von 16,6 Billionen auf 16,3 Billionen US-Dollar.

9.24 Uhr: Den jüngsten IWF-Kredit hat Griechenland nicht zurückgezahlt, dafür aber jetzt 3,8 Millionen Euro an Zinsen für eine von Privatinvestoren gehaltene und in japanischen Yen ausgegebene Staatsanleihe. "Wir haben die Kuponzahlung getätigt", sagt ein Regierungsvertreter. Athen muss in diesem Monat 910 Millionen an Zinsen zahlen, davon allein 695 Millionen Euro an die EZB.

08.12 Uhr: Die Ungewissheit in Europa verunsichert die Börsen in Asien. Der Nikkei  in Japan stieg leicht um 0,1 Prozent auf 20.539 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,2 Prozent auf 1652 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab hingegen 0,6 Prozent nach. Vor allem in Shanghai ging es weiter deutlich abwärts. Allein seit dem 12. Juni hat der Index fast 30 Prozent eingebüßt.

07.45 Uhr: Umfragen zum möglichen Ausgang des Referendums haben Hochkonjunktur in Griechenland. Die jüngste signalisiert, dass es ganz knapp werden könnte. Demnach hält sich die Zahl der Befürworter und Ablehner des Reformkurses in etwa die Waage. 44,8 Prozent der Befragten wollen der Zeitung "Ethnos" zufolge mit Ja stimmen, 43,4 Prozent mit Nein. Gestern nachmittag hatten die Befürworter des Reformkurses laut einer anderen Umfrage noch einen größeren Vorsprung.

Ist die Abstimmung rechtens, was heute das Oberste Verwaltungsgericht Griechenlands entscheidet, wird das Referendum am Sonntag in Griechenland stattfinden. Premier Tsipras hatte die Volksbefragung angekündigt. Scheitert er, müsste der Regierungschef eigentlich seinen Hut nehmen

Ist die Abstimmung rechtens, was heute das Oberste Verwaltungsgericht Griechenlands entscheidet, wird das Referendum am Sonntag in Griechenland stattfinden. Premier Tsipras hatte die Volksbefragung angekündigt. Scheitert er, müsste der Regierungschef eigentlich seinen Hut nehmen

Foto: REUTERS

07.30 Uhr: Unabhängig vom Ausgang des Referendums am Sonntag rechnet der griechische Finanzminister Varoufakis in jedem Fall mit einer Einigung mit den internationalen Gläubigern. Der BBC gegenüber sagte Varaoufakis: "Eine Einigung wird erzielt, egal ob an den Urnen ein 'Ja' oder ein 'Nein' herauskommt." Wenn die Griechen die Forderungen der Gläubiger in dem Referendum billigten, werde es allerdings eine "schlechte Vereinbarung" geben, warnte Varoufakis. "Wenn das 'Nein' gewinnt, werden wir eine andere Vereinbarung haben, die lebensfähig sein wird."

07.00 Uhr: Anders als sein Finanzminister hat sich der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras nicht eindeutig festgelegt, ob er im Falle eines Ja der Griechen zu den Gläubiger-Forderungen zurücktreten wird. Auf die Frage, ob er in diesem Fall seinen Hut nehme, sagte Tsipras in einem Interview mit dem Fernsehsender ANT1 lediglich: "Die Entscheidung des griechischen Volks wird respektiert, ich werde das von der Verfassung vorgesehene Verfahren in die Wege leiten". Außerdem werde er seine Partei, die linksgerichtete Syriza, konsultieren.

06.45 Uhr: Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) kommt jetzt zu der Erkenntnis: Griechenland könnte eine Verlängerung der Kredite und umfangreiche Schuldenschnitte benötigen. Dies könnte der Fall sein, wenn das Wachstum geringer als erwartet ausfallen und Wirtschaftsreformen nicht umgesetzt werden sollten, heißt es in dem Donnerstagabend (MEZ) veröffentlichten Entwurf des IWF-Schuldenberichts. Angesichts der Zielabweichungen der Politik und der jüngsten Vorschläge Griechenlands werde das Land bis 2018 etwa 50 Milliarden Euro an zusätzlichen Krediten benötigen.

Freitag, 6.30 Uhr: Das Oberste Verwaltungsgericht Griechenlands berät heute über die Rechtmäßigkeit des Referendums über die Gläubigerforderungen. Gegen die für Sonntag geplante Befragung haben zwei Privatpersonen Einspruch eingelegt.

Unterstützung für Syriza bröckelt weiter ab

16.45 Uhr: Die Unterstützung für Syriza bröckelt weiter ab: In einer jüngsten Umfrage gab nun eine knappe Mehrheit der befragten Griechen an, mit "Ja" für die Reformvorschläge der Euro-Partner stimmen zu wollen und damit die Syriza-Regierung aus dem Amt zu jagen. 47,1 seien für den Reformkurs der Europartner, 43,2 Prozent dagegen, ergab die Befragung unter 1000 Menschen aller Altersgruppen in verschiedenen Teilen des Landes, die die konservative Zeitung "Eleftheros Typos" veröffentlichte. Fällt die Abstimmung so aus wie die Umfrage, müssten Finanzminister Varoufakis und Premier Tsipras zurücktreten: Beide hatten für ein "Nein" geworben und ihre politische Zukunft von dem Ausgang des Referendums abhängig gemacht.

Nummernvergabe vor einer griechischen Bank: Vor allem Ältere fürchten um ihre Rente. Der Zick-Zack-Kurs von Syriza hat die Angst wachsen lassen

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Foto: AFP

16.15 Uhr: Hin und her, vor und zurück: Der Tsipras-Kurs gibt immer mehr Griechen Rätsel auf. "Tsipras hat keinen Plan für den Fall, dass er das Referendum gewinnt" kritisiert die 20 Jahre alte Jurastudentin Alezini Loxa, die sich eigentlich als Tsipras-Unterstützerin bezeichnet. In den vergangenen Tagen lehnte der griechische Regierungschef erst ein letztes Angebot des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker ab, dann schickte er einen Brief nach Brüssel, dass er die Forderungen im Grundsatz akzeptiere - allerdings mit ein paar Modifikationen. Und schließlich rief er die Griechen in einer TV-Rede auf, das Maßnahmenpaket der EU doch abzulehnen. Dabei ist die Frist aus Brüssel für dieses Paket am 30. Juni abgelaufen. Das Angebot sei nicht mehr existent, sagt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

14.46 Uhr: Die irische Fluggesellschaft Ryanair nimmt von griechischen Passagieren jetzt auch Bargeld. "Zahlungen von Kunden mit griechischen Bankkonten über ihre Kreditkarten auf unserer Website werden derzeit sehr häufig zurückgewiesen", heißt es in einer Stellungnahme von Ryanair. Die Airline "hat deshalb die Möglichkeit geschaffen, dass griechische Kunden Tickets an ihrem Flughafen am Ryanair-Schalter in bar bezahlen können".

Irischer Billigflieger: "Zahlungen von Kunden mit griechischen Bankkonten werden derzeit sehr häufig zurückgewiesen"

Irischer Billigflieger: "Zahlungen von Kunden mit griechischen Bankkonten werden derzeit sehr häufig zurückgewiesen"

Foto: Markus Scholz/ picture alliance / dpa

14.32 Uhr: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Möglichkeit eines Ausscheidens der Griechen aus der Eurozone ins Spiel gebracht, sollten die Bürger des Landes bei dem Referendum gegen die Sparforderungen stimmen. Bei einer "Nein"-Stimme gebe es nicht nur keine Basis für ein neues Hilfsprogramm, "sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt", sagte er am Donnerstag im Parlament in Den Haag. "Das ist die fundamentale Frage, um die es tatsächlich geht." Ein Ausstieg eines Landes aus dem Euro ("Grexit") ist rechtlich allerdings nicht vorgesehen. Dijsselbloem sprach von einer "äußerst ernsten" Lage.

13.02 Uhr: Bei der Volksabstimmung am Sonntag zeichnet sich einer neuen Umfrage zufolge ein knappes Rennen ab. 47,1 Prozent der Befragten würden demnach für "Ja" stimmen, 43,2 Prozent wären dagegen, ergab die Befragung im Auftrag der konservativen Zeitung "Eleftheros Typos". Dafür wurden 1000 Menschen aller Altersgruppen in verschiedenen Teilen des Landes angesprochen. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte am Vortag in einer Rede ans Volk erneut für eine Ablehnung der vor rund einer Woche von den Geldgebern vorgeschlagenen Maßnahmen plädiert. Eine von der linksgerichteten Zeitung "Efimerida ton Syntakton" in Auftrag gegebene und am Mittwoch veröffentlichte Umfrage hatte noch eine Mehrheit für die Reformgegner ergeben.

Pavlopoulos: Antrittsbesuch bei Bundespräsident Gauck abgesagt

Pavlopoulos: Antrittsbesuch bei Bundespräsident Gauck abgesagt

Foto: Khaled Elfiqi/ dpa

12.01 Uhr: Griechenlands Präsident Prokopis Pavlopoulos hat seinen für kommende Woche geplanten Antrittsbesuch bei Bundespräsident Joachim Gauck abgesagt, berichten die Kollegen von SPIEGEL ONLINE unter Berufung auf das Bundespräsidialamt. Der Grund war zunächst nicht bekannt, allerdings stimmen die Griechen am Sonntag über die Reformvorschläge der Geldgeber ab - den Text für die Wahlzettel finden Sie weiter unten.

11.51 Uhr: Ist Griechenland per Crowdfunding zu retten? Unser Gastautor Falk Heunemann ("Opinion Club") entzaubert die Geldsammelaktion eines vermeintlichen Schuhverkäufers.

11.22 Uhr: A propos Referendum: Auf dem Wahlzettel verweist die griechische Regierung ohne weitere Erläuterung auf das Angebot der Geldgeber nach dem Stand von voriger Woche, worüber keine Einigung erzielt wurde. Hier der Text, veröffentlicht vom griechischen Innenministerium, ins Deutsche übersetzt:

"Muss der Entwurf einer Vereinbarung von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds akzeptiert werden, welcher am 25.06.2015 eingereicht wurde und aus zwei Teilen besteht, die in einem einzigen Vorschlag zusammengefasst sind?" (Das erste Dokument heißt auf Englisch "Reforms for the Completion of the Current Program and Beyond" und das zweite "Preliminary Debt Sustainability Analysis" - auf Deutsch: "Reformen, um das laufende (Rettungs-)Programm abzuschließen und darüber hinaus" und das zweite "vorläufige Schuldentragfähigkeitsanalyse".)

Nicht angenommen / NO

Angenommen / YES

Konkret geht anders.

IWF-Chefin Lagarde: "Unsicherheit, Verwirrung und ständige Bewegung"

IWF-Chefin Lagarde: "Unsicherheit, Verwirrung und ständige Bewegung"

Foto: AFP

10.51 Uhr: Nach Premier Tsipras macht nun auch der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis seine politische Zukunft vom Ausgang der Volksabstimmung am Sonntag abhängig. Sollten die Griechen gegen die Empfehlung der Regierung "Ja" zu den Sparforderungen der Geldgeber sagen, werde er von seinem Amt zurücktreten, sagte Varoufakis am Donnerstag dem Fernsehsender Bloomberg TV.

9.56 Uhr: Angesichts von Kapitalverkehrskontrollen haben sich in Griechenland auch heute wieder Schlangen vor Banken und Geldautomaten gebildet. Rund 1000 Filialen öffneten wie schon am Mittwoch für Rentner, die keine Bankkarten haben, und somit an den Automaten nicht an Bargeld kommen. Sie sollen bis zu 120 Euro bekommen können.

9.30 Uhr: Hat Griechenlands Pemier und linke Politiker Alexis Tsipras letztlich wegen 60 Millionen Euro den Verbleib seines Landes in der Euro-Zone aufs Spiel gesetzt? Diese Vermutung legt ein Onlinebericht des politischen Magazins "Politico" nahe.

9.05 Uhr: Der Dax startet im Plus. Der deutsche Leitindex legt 0,2 Prozent zu auf 11.187 Punkte.

8.36 Uhr: Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, wirft der linksgerichteten Regierung in Athen indirekt Unvernunft vor. "Angesichts des Maßes an Unsicherheit, Verwirrung und ständiger Bewegung wäre aus meiner Sicht weiterhin ein bisschen mehr Erwachsensein erforderlich", sagte Lagarde dem US-Fernsehsender CNN. Dass Griechenland gegenüber dem IWF in Zahlungsverzug geraten sei, sei "eindeutig keine gute Entwicklung". Schließlich hindere dies den Fonds derzeit daran, Griechenland weitere Hilfen zukommen zu lassen. Voraussetzung seien weitere tiefgreifende Reformen, wie der IWF und die EU sie von Athen gefordert hatten, hob Lagarde auf CNN hervor. "Das sind strukturelle Reformen, steuerliche Anpassungen, um sicherzustellen, dass das Land auf einem nachhaltigen Weg ist", fügte die IWF-Chefin hinzu.

8.21 Uhr: Griechenland strebt nach den Worten von Finanzminister Yanis Varoufakis eine Einigung mit seinen Gläubigern am Montag an, einen Tag nach dem geplanten Referendum. Die Regierung sei bereit, harte Auflagen zu akzeptieren, wenn die Tragfähigkeit der griechischen Schuldenlast gesichert sei, sagte Varoufakis im griechischen Fernsehen. Sobald eine Einigung erzielt sei, werde die EZB ihre Notkredite für die griechischen Banken erhöhen und sich die Lage wieder normalisieren.

8.07 Uhr: Aktuell scheint Griechenland für Anleger etwas von seinem Schrecken verloren zu haben. Der Broker IG rechnet mit einem 0,2 Prozent schwächeren Dax-Start bei 11.163 Punkten. Gestern hatte der deutsche Leitindex gut 2 Prozent zugelegt und damit einen Teil der herben Verluste vom Montag wettgemacht.

7.46 Uhr: Argentiniens Staatschefin Cristina Kirchner springt Griechenland moralisch bei: "Das, was das griechische Volk durchmacht, ist genau das Gleiche, was wir Argentinier 2001 durchgemacht haben: das Drama der schrecklichen, neoliberalen Politik der ständigen Anpassungen, die Elend, Hunger und Arbeitslosigkeit nach sich ziehen", sagte Kirchner. Argentinien war 2001 pleite gegangen. Die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen, wie sie derzeit auch in Griechenland gelten, führten in dem südamerikanischen Land zu Plünderungen, Unruhen, einer blutigen Niederschlagung der Proteste und zur Flucht des Präsidenten. Die Wirtschaft brach ein, die Inflation schnellte empor. Kurz nach der drastischen Abwertung des argentinischen Peso erholte sich die Wirtschaft jedoch wieder. Während die meisten Gläubiger von Argentinien Abschreibungen hinnahmen, verlangen zwei US-Hedgefonds, die argentinische Schuldscheine nach der Staatspleite billig aufgekauft hatten, bis heute den Nennwert. Es seien die "Geierfonds", so Kirchner, "die in Wirklichkeit den Ländern die Bedingungen auferlegen".

Dijsselbloem in Brüssel: "Keine Gespräche"

Dijsselbloem in Brüssel: "Keine Gespräche"

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7.30 Uhr: Die Euro-Partner wollen erst nach dem Referendum am Sonntag weitere Gespräche mit Griechenland führen. Wie die Bundesregierung lehnte auch die Eurogruppe unter ihrem Vorsitzenden Jeroen Dijsselbloem Verhandlungen bis dahin ab. "Es wird in den kommenden Tagen keine weiteren Gespräche geben, nicht in der Eurogruppe und auch nicht zwischen der griechischen Seite und den Institutionen über Vorschläge oder finanzielle Vereinbarungen", sagte Dijsselbloem nach einer Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister. Als Grund nannte er die politische Situation, ausgelöst durch die griechische Ablehnung der Reformvorschläge der Institutionen von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB), das Ansetzen des Referendums und die Empfehlung der Athener Regierung, mit "Nein" zu stimmen. Die jüngsten Reformvorschläge der griechischen Seite habe man zur Kenntnis genommen, sagte Dijsselbloem knapp.

Tsipras geht erneut auf Konfrontationskurs

Mittwoch, 17.00 Uhr: Nächste Wendung in Athen: Nachdem Ministerpräsident Tsipras zunächst in einem Brief auf die Euro-Partner zugegangen war, ging er am Nachmittag in einer Fernsehansprache erneut auf Konfrontation: Die griechische Regierung halte an der geplanten Volksabstimmung über den Spar- und Reformkurs fest - und bleibe auch bei ihrer Empfehlung an die Griechen, mit "Nein" zu stimmen, so Tsipras. "Ein 'Nein' bedeutet keinen Bruch mit Europa", sagte Ministerpräsident Alexis Tsipras am Mittwoch in einer mit Spannung erwarteten Rede im griechischen Staatsfernsehen. Die griechische Regierung wolle nach dem Referendum mit den Geldgebern neue Verhandlungen führen.

Ständiges Hin und Her: Griechenlands Ministerpräsident Tsipras verfolgt einen unklaren Kurs

Ständiges Hin und Her: Griechenlands Ministerpräsident Tsipras verfolgt einen unklaren Kurs

Foto: REUTERS

An die Adresse der seit Jahren von hoher Arbeitslosigkeit und diversen Kürzungen geplagten Griechen sagte er: "Ich will euch danken für die Ruhe, die ihr in diesen Stunden bewahrt." Zuvor war spekuliert worden, die griechische Regierung könnte das für Sonntag geplante Referendum möglicherweise zur Disposition stellen. Tsipras hatte sich in einem einen neuen Brief an die Geldgeber bereit erklärt, die vorrangigen Bedingungen der Gläubiger grundsätzlich zu erfüllen.

16.15 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande hat im Schuldenstreit mit Griechenland eine schnelle Einigung angemahnt. "Man muss deutlich sein, die Einigung brauchen wir sofort", sagte er am Mittwoch in Lyon. Sie könne nicht mehr aufgeschoben werden. "Wir sprechen jetzt schon solange über diese Verständigung, nun muss sie kommen." Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen Verhandlungen mit Griechenland über ein neues Hilfsprogramm vor der für Sonntag geplanten Volksabstimmung eine Absage erteilt. "Als Europäer will ich keinen Zerfall der Eurozone", sagte Hollande. "Ich denke, wir müssen immer die Einigung, die Verhandlung, die Vernunft suchen."

15.45 Uhr: Das geplante Referendum in Griechenland erfüllt nach Ansicht des Europarats nicht die üblichen internationalen Standards. Es sei problematisch, dass die Abstimmung so kurzfristig angesetzt worden sei, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Dies lasse den Stimmberechtigten zu wenig Zeit, sich richtig zu informieren. Zudem sei die Frage nicht klar formuliert. Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte die Volksabstimmung über die Sparvorschläge der internationalen Gläubiger des Landes erst am vergangenen Samstag angekündigt. Schon am kommenden Sonntag sollen die Griechen abstimmen. Der Europarat mit Sitz in Straßburg wacht über die Menschenrechte in seinen 47 Mitgliedstaaten. Auch alle 28 EU-Staaten gehören ihm an, doch ist der Europarat keine Einrichtung der Europäischen Union.

Finanzminister Schäuble am Mittwoch im Bundestag: Niemand könne im Ernst erwarten, mit Griechenland jetzt über ein neues Hilfsprogramm zu verhandeln

Finanzminister Schäuble am Mittwoch im Bundestag: Niemand könne im Ernst erwarten, mit Griechenland jetzt über ein neues Hilfsprogramm zu verhandeln

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP

14.42 Uhr: Es ist nicht überliefert ob der Papst die Bundestagsdebatte verfolgt hat, Franziskus jedenfalls ruft am Mittwoch die Staats- und Regierungschefs zu verantwortungsvollem Handeln auf, um die Griechenland-Krise zu lösen. Die Menschenwürde müsse im Zentrum der Debatte stehen.

14.30 Uhr: Schäuble lässt bei der Aussprache zur Griechenland-Krise im Bundestag an der Regierung Tsipras kein gutes Haar: "Seit die Regierung im Amt ist, hat sie nichts gemacht, sondern sich rückwärts entwickelt und Vereinbarungen zurückgenommen." Kritiker könnten jetzt "nicht im Ernst erwarten", dass man in einer solchen Lage kurz vor dem Referendum mit Tsipras über ein neues Hilfsprogramm verhandle. Tsipras Brief habe keine Klarheit geschaffen. Die Ankündigungen Athens reichten für "seriöse Maßnahmen" nicht aus.

14.25 Uhr: Schäuble stellt klar, Griechenland könne nicht ohne strukturelle Reformen in der Währungsunion bleiben. "Auf diese Anforderung, irgendwann eine wettbewerbsfähige Wirtschaft zu haben, können wir nicht verzichten", stellte der Finanzminister zur Griechenland-Aussprache im Bundestag klar.

14.20 Uhr: Die Kritik des Linken Gregor Gysi, die Geldgeber und Deutschland hätten Griechenland ein Sparprogramm aufgezwungen, scheint Finanzminister Schäuble ernsthaft zu verärgern. "Das Reformprogramm ist Griechenland nicht aufgezwungen, sondern mit der Regierung verhandelt worden". Die Geldgeber hätten nichts anderes gemacht, als die Einhaltung dieser Zusagen eingefordert. Wer hier von Zwang spreche, behaupte schlicht die Unwahrheit.

14.15 Uhr: Finanzminister Schäuble spricht zur Griechenland-Krise im Bundestag. Auf die Kritik und Forderung der Linken, "Bürger statt Banken retten" entgegnet Schäuble: "Wir brauchen ein funktionierendes Finanzsystem. Wo es nicht mehr leistungsfähig ist, bricht jede arbeitsteilige Wirtschaft zusammen." Deshalb habe man die griechischen Banken immer wieder mit Geld unterstützt.

Angela Merkel: "Wir können das Referendum in Ruhe abwarten", sagte die Kanzlerin am Mittwoch im Bundestag. "Denn Europa ist stark, viel stärker als vor fünf Jahren zu Beginn der europäischen Staatsschuldenkrise, die in Griechenland ihren Ausgang nahm."

Angela Merkel: "Wir können das Referendum in Ruhe abwarten", sagte die Kanzlerin am Mittwoch im Bundestag. "Denn Europa ist stark, viel stärker als vor fünf Jahren zu Beginn der europäischen Staatsschuldenkrise, die in Griechenland ihren Ausgang nahm."

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

14.00 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Verhandlungen mit der Athener Regierung über ein neues Hilfsprogramm vor dem geplanten Referendum in Griechenland eine Absage erteilt. "Die Tür für Verhandlungen war immer offen und bleibt immer offen", betonte Merkel während der Bundestagsdebatte zur Zukunft Europas. Die schwarz-rote Bundesregierung habe sich aber darauf verständigt, das Referendum abzuwarten. "Vor dem Referendum kann über kein neues Hilfsprogramm verhandelt werden." Zudem sei ein Mandat des Bundestages nötig.

13.30 Uhr: Die EU-Kommission reagiert zurückhaltend auf die jüngsten Sparzusagen des griechischen Premiers Alexis Tsipras. "Wir sind in einer neuen Lage", sagte Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis in Brüssel. Die wirtschaftliche Situation Griechenlands habe sich erheblich verschlechtert. Es werde jetzt nicht mehr über die Verlängerung des alten Rettungsplans gesprochen, sondern über ein Zwei-Jahres-Programm des Eurorettungsschirms ESM. Die griechische Regierung hatte am Vortag um ein drittes Hilfspaket gebeten - für einen Zeitraum von zwei Jahren soll Geld aus dem ESM Griechenland finanzieren, während die Schulden umgeschuldet werden.

13.00 Uhr: Die Regierung in Athen hatte die Geldgeber zwischenzeitlich damit gelockt, das Referendum abzublasen. Jetzt sollen die Griechen am Sonntag doch über die umstrittenen Reformforderungen der Geldgeber abstimmen. Die Volksabstimmung werde wie geplant am Sonntag stattfinden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von dem Insider. Die Verhandlungen mit den Gläubigern sollten danach weiter gehen, sagte der Regierungsvertreter.

"Volkswirtschaften sollte mit Investitionen und Anreizen geholfen werden. Nicht Sparmaßnahmen und Kürzungen." Thom Feeney, Initiator einer Aufsehen erregende Sammelaktion für Griechenland, hält sich nicht für besonders politisch

"Volkswirtschaften sollte mit Investitionen und Anreizen geholfen werden. Nicht Sparmaßnahmen und Kürzungen." Thom Feeney, Initiator einer Aufsehen erregende Sammelaktion für Griechenland, hält sich nicht für besonders politisch

Foto: AFP

12.30 Uhr: Wir hatten an dieser Stelle schon über den Londoner Schuster und seinen Spendenaufruf für Griechenland berichtet. Thom Feeney hat eine Crowdfunding-Kampagne auf dem Portal Indiegogo gestartet - und sammelte bis Mittwochmittag bereits rund 750.000 Euro für Griechenland. Mehr als 44.000 Menschen machten in den ersten drei Tagen mit, zeitweise war die Seite sogar offline, weil der Andrang so groß war. Falls nicht genug zusammen käme, werde das Geld erstattet, schrieb Feeney auf der Spendenseite.

12.08 Uhr: Schäuble findet klare Worte zu Tsipras Brief: "Der hat auch nicht für mehr Klarheit gesorgt", sagte der Finanzminister soeben. Es gebe derzeit "keine Grundlage" für ernsthafte Verhandlungen. "Zunächst muss erst einmal Griechenland Klarheit schaffen, was es denn nun will." Die Geldgeber seien offen für neue Gespräche.

Nur noch "kleine Änderungen" soll Tsipras an den Forderungen der Geldgeber wünschen. Die Gläubiger interpretieren das Ausmaß der Änderungswünsche offenbar anders

Nur noch "kleine Änderungen" soll Tsipras an den Forderungen der Geldgeber wünschen. Die Gläubiger interpretieren das Ausmaß der Änderungswünsche offenbar anders

Foto: REUTERS

11.56 Uhr: Im Gegensatz zu Tsipras scheinen die Geldgeber die vom griechischen Premier gewünschten Änderungen nicht als "klein" sondern als "bedeutend" zu interpretieren. Der Brief enthalte Elemente, die die zuständigen Minister der Eurozone wohl nur schwer akzeptieren könnten, sagt ein Vertreter der Euro-Zone der Nachrichtenagentur Reuters. Die Finanzminister wollen den Brief am Nachmittag in ihrer Telefonkonferenz diskutieren.

11.51 Uhr: Die "FT" veröffentlicht den Brief Tsipras  in englischer Sprache

11.28 Uhr: Der Dax baut seine Gewinne aus 2,8 Prozent aus.

11.02 Uhr: In den letzten Minuten sind Dax und Eurostoxx 50 kräftig angezogen. Der Dax legt um mehr als 2 Prozent zu, der Eurostoxx 50 gewinnt rund 3 Prozent hinzu. Die "Financial Times" (FT) berichtet über ein Schreiben von Griechenlands Premier Alexis Tsipras, wonach dieser die meisten der Forderungen seitens der Geldgeber akzeptieren wolle. In einem Brief an Gläubiger habe Tsipras nur "kleine Änderungen" an dem jüngsten Hilfsangebot der Geldgeber gefordert.

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Tsipras-Kurse: Der Dax aber auch andere Indizes ziehen gegen 11 Uhr kräftig an. Angeblich wolle der griechische Ministerpräsident die Forderungen der Geldgeber "größtenteils" akzeptieren

Tsipras-Kurse: Der Dax aber auch andere Indizes ziehen gegen 11 Uhr kräftig an. Angeblich wolle der griechische Ministerpräsident die Forderungen der Geldgeber "größtenteils" akzeptieren

Foto: Gruppe Deutsche Börse

10.50 Uhr: Eine knappe Mehrheit der Griechen will laut einer Umfrage bei der Volksabstimmung am Sonntag gegen das Sparprogramm der Geldgeber stimmen. Das ergab eine heute veröffentlichte Umfrage im Auftrag der linksgerichteten Zeitung "Efimerida ton Syntakton". Demnach gaben 46 Prozent der Befragten an, mit "Nein" stimmen zu wollen, 37 Prozent befürworteten hingegen die Vorschläge der Gläubiger.

10 Uhr: Die griechische Industrie gerät angesichts der ungewissen Verbleibs des Landes in deEuroro-Zone unter Druck. Ihre Produktion schrumpfte im Juni so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,1 auf 46,9 Punkte, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Erst ab 50 Zähler signalisiert das Barometer ein Wachstum. Sowohl ausländische als auch inländische Kunden hätten ihre Aufträge gesenkt.

9.50 Uhr: Seit dem frühen Morgen strömen Rentner in Griechenland zu den eigens für sie geöffneten Bankschaltern, um an Bargeld zu kommenDieie Banken hatten diese Ausnahme ermöglicht, da viele Rentner keine EC- oder Kreditkarten haben und somit in den vergangenen Tagen an den Automaten kein Bargeld abheben konnten. Im ganzen Land öffneten rund 1000 Filialen, wie griechische Medien berichtetenSieie sollen demnach auch am Donnerstag und am Freitag offen sein.

Eingekesselt: Ein Angestellter der National Bank von Griechenland (Mitte) verteilt Vorrang-Tickets an Rentner, die sich am eigens für sie geöffneten Bankschalter ihre Monatsrente oder zumindest Teile davon auszahlen lassen können

Eingekesselt: Ein Angestellter der National Bank von Griechenland (Mitte) verteilt Vorrang-Tickets an Rentner, die sich am eigens für sie geöffneten Bankschalter ihre Monatsrente oder zumindest Teile davon auszahlen lassen können

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09.17 Uhr: Nach dem schwachen Wochenbeginn wegen der Eskalation der Schuldenkrise in Griechenland hat derDax Dax  am Mittwoch einen Erholungsversuch gestartet. In den ersten Minuten ging es für den Leitindex um 0,90 Prozent auf 11.043 Punkte aufwärts.

08.40 Uhr: Frankreich will im Schuldenstreit mit Griechenland noch vor der für Sonntag angesetzten Volksbefragung eine Lösung finden. "Unser Ziel ist es, wenn möglich vor dem Referendum zu einer Einigung zu kommen", sagte FinanzministeMichelel Sapin. Notfalls werde "bis zur letzten Minute" nach einer Vereinbarung gesucht. Es sei aber sehr schwierig, die kleineren EU-Länder für ein Entgegenkommen zu gewinnen, da diese selbst harte Reformen hinter sich hätten und dies nun auch von Griechenland verlangten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dagegen zuletzt betont, erst nach dem geplanten Referendum wieder zu verhandeln.

08.15 Uhr:DerDer Damenmodehändler CBR hat seinen für diese Woche geplanten Börsengang abgesagtAlsls Grund gab das Unternehmen die von der dramatischen Entwicklung in Griechenland ausgelösten Unsicherheiten an den Finanzmärkte an. Derzeit sei die Investitionsbereitschaft nicht gegeben, erklärte die Beteiligungsgesellschaft EQT, dem CBR gehört.

7.50 Uhr:DerDer CSU-FinanzexpertHansns Michelbach hat bedingungslose Nothilfen an Griechenland abgelehnt. Alles, was jetzt an "Zwischenmaßnahmen ohne Konditionalität, ohne Reformen" auf den Tisch kommen könnte, wäre unseriös und keine Verhandlungsbasis, sagte der Unions-Obmann im Bundestags-Finanzausschuss im "Deutschlandfunk".

7.10 Uhr: Die Finanzminister der Eurogruppe wollen heute Vormittag erneut über Griechenland sprechen. EU-Diplomaten erwarten neue Spar- und Reformvorschläge der Regierung in Athen. LautDieie Welt" erwägt Athen auch, die für Sonntag geplante Volksabstimmung unter der Bedingung abzusagen, dass es eine schnelle Übereinkunft mit der Eurogruppe gibtDasas habe Finanzminister Gianis Varoufakis seinen Kollegen gesagt. Dessen österreichischer KollegHansns Jörg Schelling (ÖVP) sagte hingegen im TV-Sender ORF, Varoufakis habe nicht eine Absage in Aussicht gestellt, sondern eine "Ja"-Empfehlung für die Abstimmung. Dies sollte in dem Fall geschehen, dass die EU-Finanzminister den neuen Vorschlägen Griechenlands zustimmten.

Athen und Brüssel haben Last-Minute-Vorschläge auf den Tisch gelegt, um die gescheiterten Verhandlungen wiederzubeleben. Griechenland brachte am Dienstag ein neues, drittes Hilfsprogramm ins Spiel, das aus drei Elementen besteht: neue Finanzhilfen im Umfang von rund 29 MilliardeEuroro, ein Schuldenschnitt und eine kurzfristige Verlängerung des nun in der Nacht zum Mittwoch ausgelaufenen Hilfsprogramms. In einer eilig einberufenen Telefonkonferenz der Eurogruppe blitzte Athen am Abend mit seinem Antrag zunächst ab.

6.15 Uhr: Nach dem Auslaufen des Hilfsprogramms deEuroro-Partner ist Griechenland als erste Industrienation beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Zahlungsverzug geratenDerer Währungsfonds bestätigte am Dienstagabend (Ortszeit) iWashingtonon, dass Athen die fällige Kreditrate von 1,5 MilliardeEuroro nicht überwiesen habe. Zuvor hatte sich die griechische Regierung noch um eine Fristverlängerung bemüht. IWF-Chefin ChristinLagardede hatte eine Fristverlängerung für Athen klar ausgeschlossen. Allerdings würde eine Klausel in der Charta des Währungsfonds theoretisch die Verschiebung der Ratenrückzahlung um bis zu fünf Jahre erlauben.

Drittes Hilfsprogramm für Merkel vor Referendum kein Thema

DIENSTAG, 18.30 Uhr:DieDiEuroro-Gruppe wird heute nach Aussage eines Vertreters deEuroro-Zone "auf keinen Fall" Mittel freigeben, damit Griechenland seine am Dienstag fällige IWF-Kreditrate bezahlen kann. Auch das von der griechischen Regierung - selbstverständlich formlos - ins Gespräch gebrachte dritte Hilfsprogramm wird nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Referendum am Sonntag nicht mehr beraten werdenDasas zweite Hilfsprogramm für Athen läuft heute um Mitternacht aus.

17.30 Uhr: Nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird Deutschland vor einem Referendum nicht über den neuen Antrag Griechenlands auf ein drittes Hilfspaket beratenDasas sagte Merkel am Dienstag in der Unionsfraktion.

16 Uhr: Bei ihrer Telefonkonferenz am Abend wollen dieEuroEuro-Finanzminister nach den Worten von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem den Vorschlag der griechischen Regierung erörtern, eine Vereinbarung für zwei Jahre zu treffen, in denen Finanzmittel aus deEuroro-Rettungsfonds ESM fließen sollen.

15.30 Uhr: Und wieder so eine Verlautbarung aus dem Büro des griechischen Ministerpräsidenten TsiprasDieie griechische Regierung bringt einen auf zwei Jahre ausgerichteten Vorschlag ins Spiel, wonach der Europäische Rettungsfonds ESM den Finanzbedarf Griechenlands decken soll, während parallel umgeschuldet wird. Damit fordert Tsipras ganz formlos ein drittes Hilfspaket - wenige Stunden, bevor das zweite internationale Hilfspaket abläuft.

Dazu zwei Anmerkungen: 1. Vom IWF bekommt Griechenland (vorerst) kein Geld mehr, weil es die Rückzahlung der jüngsten Rate verweigert hat, da bleibt nur noch Europa. 2. Griechenland hatte am Samstag die Verhandlungen aus eigenen Stücken abgebrochen. Tsipras war abgereist und hatte seinen Landsleuten für das Referendum an diesem Sonntag geraten, die Angebote der Geldgeber abzulehnen.

15.20 Uhr:MitMit einem Crowdfunding-Projekt will ein britischer Schuhverkäufer den Griechen helfen. Bis Dienstagmittag spendeten mehr als 4500 Menschen 65.00Euroro - insgesamt müssten knapp 1,6 MilliardeEuroro zusammenkommen, die Athen bis Dienstagabend an den Internationalen Währungsfonds zahlen muss. Wenn jeder der 503 Millionen Europäer den Gegenwert eines "Salats mit Schafskäse und Oliven" spende, käme die Summe leicht zusammen, sagtThomom Feeney. Sollte er sein Ziel binnen sieben Tagen nicht erreichen, werde er alle über die Internet-Plattform IndieGoGo eingegangenen Spenden wieder zurücküberweisen. Feeney arbeitet iLondonon und hat selbst keine Verbindungen zu Griechenland.

Viele Patienten in Griechenland können sich mittlerweile keine Krankenversicherung mehr leisten. Sie sind auf staatliche Hilfe und Medikamenten-Spenden angewiesen

Viele Patienten in Griechenland können sich mittlerweile keine Krankenversicherung mehr leisten. Sie sind auf staatliche Hilfe und Medikamenten-Spenden angewiesen

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15.12 Uhr: Internationale Pharmahersteller haben hohe Forderungen an das pleitebedrohte Griechenland. Inzwischen liege der seit 2013 offene Betrag bei 1,05 MilliardeEuroro, sagte eine Sprecherin der Hellenic Association of Pharmaceutical Companies der Nachrichtenagentur Bloomberg. Allein für 2014 seien Forderungen in Höhe von 530 MillioneEuroro noch offen. Griechenland verhandelt derzeit mit der Branche über Rabatte. Trotz der Eskalation der Griechenland-Krise wollen deutsche Pharmakonzerne wiMerckck KGaAFreseniusus und Boehringer Ingelheim auch weiterhin Medikamente in das gebeutelte Land liefern.

14.33 Uhr:DerDer EU-Kommissar für Finanzstabilität, Jonathan Hill, ist fest davon überzeugtDasas Finanzsystem der Staatengemeinschaft werde jegliche Entwicklungen in dem von der Pleite bedrohten Griechenland meistern. Ähnlich äußert sich der deutsche FinanzstaatssekretäThomasas Steffen:Dieie Risiken ... sind bedeutend für Griechenland, für das deutsche Finanzsystem bestehen jedoch kaum mehr bedeutsame Ansteckungskanäle." Und: "Daher schätzen wir die Risiken als gering ein."

14.20 Uhr: Griechenland wird die am Dienstag fällige Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zurückzahlen. Auf die Frage, ob Griechenland die Zahlung in Höhe von knapp 1,6 MilliardeEuroro fristgerecht zum 30Junini leisten werde, antwortete Varoufakis am Dienstag in Athen mit einem "Nein", wie griechische Medien berichteten. Er hoffe dennoch, dass es eine Einigung geben werde.Wirir wollen iEuroro bleiben, aber mit einer Regelung, mit der wir leben können", sagte er weiter.

Kanzlerin Merkel: "Das letzte Angebot der Kommission ist von Freitag letzter Woche"

Kanzlerin Merkel: "Das letzte Angebot der Kommission ist von Freitag letzter Woche"

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14 Uhr:BeiBei den Versuchen einer "Einigung in letzter Minute" mit Griechenland in Brüssel ist nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Athen kein neues Angebot gemacht worden.Dasas letzte Angebot der Kommission ist von Freitag letzter Woche", sagte Merkel am Dienstag iBerlinin. "Mehr kann ich nicht beisteuern."DieDie Gespräche über dieses Angebot der Gläubiger-Institutionen waren am Samstag abgebrochen worden. Merkel betonte, das laufende Hilfsprogramm für Griechenland ende "heute Abend um 24 Uhr". Sie kenne "keine belastbaren anderen Hinweise"Dieie Kanzlerin sagte erneut, dass auch nach Ablauf des Programms um Mitternacht die Gespräche nicht gekappt würden. "Die Tür steht offen für Gesprächsfäden." Für eine Verlängerung des Programms über Mitternacht hinaus sei es allerdings "zu spät".

Tsipras knüpft politische Zukunft an Referendum - bei einem "Ja" der Griechen ist Tsipras weg

Sie könnte weitere Hilfen sicherlich gebrauchen: Selbst wenn die Regierung Tsipras den Vorschlag der Geldgeber noch annehmen sollte, müsste über neue Hilfen ganz von vorn verhandelt werden. Aus dem laufenden Hilfprogramm kann kein Geld mehr fließen

Sie könnte weitere Hilfen sicherlich gebrauchen: Selbst wenn die Regierung Tsipras den Vorschlag der Geldgeber noch annehmen sollte, müsste über neue Hilfen ganz von vorn verhandelt werden. Aus dem laufenden Hilfprogramm kann kein Geld mehr fließen

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12.56: Ein deutscher Regierungsvertreter schließt eine Verlängerung des laufendes Hilfspakets für Griechenland aus. Dafür sei es "zu spät". Damit trat er Spekulationen entgegen, dass es in letzter Minute noch zu einer Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern kommen könnte, die den Weg freimachen könnte für weitere Hilfszahlungen aus dem laufenden zweiten Unterstützungsprogramm. Selbst wenn es diese Einigung geben sollte, könnte der Bundestag heute nicht mehr zustimmen. Ein Treffen deEuroro-Finanzminister am Dienstag sei auch völlig ausgeschlossen, hieß es zudem in der Eurogruppe. Ähnlich hatte sich bereits Finanzminister Schäuble gestern Abend in einem ARD-Brennpunkt geäußert. Tsipras könne nach einem möglichen Ja beim Referendum neue Hilfen beantragen. Dann müssten die Verhandlungen darüber dann aber "ganz von vorne" anfangen.

12.30 Uhr:DieDie Tür für eine Einigung mit Griechenland steht nach wie vor offen, wird die EU-Kommission nicht müde zu betonen. Doch Griechenlands Regierungschef Tsipras bewegt sich mit Blick auf die jüngste Offerte aus Brüssel nicht, betont gegen Mittag der Chefsprecher der Brüsseler Behörde, Margaritis Schinas. Tsipras hatte erst am Montagbend im griechischen Fernsehen indirekt seine politische Zukunft an ein "Nein" der Griechen zum Referendum geknüpft.DasDas bedeutet: Stimmen die Griechen mit "Ja" zum Reformkurs, muss Tsipras zurücktreten.

Ausländische Fußballprofis in Griechenland fürchten um ihr Geld

12.00 Uhr: Diplomatisches Ping-Pong in letzter Minute: Nach Athens Ankündigung, die am Dienstag fällige IWF-Rate nicht zu begleichen, unternimmt Brüssel einen neuen letzten Vermittlungsversuch. Falls der griechische Regierungschef Alexis Tsipras noch am Dienstag das Angebot der Geldgeber für ein Sparpaket annehme und für ein "Ja" beim Referendum am Sonntag werbe, könnte der Weg für ein weitereEuroro-Finanzministertreffen geebnet werden, hieß es aus EU-KreisenDieie Zusicherung von Tsipras zum Sparpaket müsse an die Präsidenten der EU-Kommission und der EurogruppeJeanan-Claude Juncker und Jeroen Dijsselbloem, sowie an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen StaatspräsidenteFranançois Hollande gehen. Juncker hatte am Montag gesagt, die Beteiligten steckten nicht "endgültig in einer Sackgasse".

Vergebliche Liebesmüh: Jean-Claude Juncker will Tsipras & Co dazu bewegen, für ein "Ja" beim Referendum zu werben. Dabei wäre ein Abschied der Griechen aus der Euro-Zone die beste Lösung für Europa - und für Griechenland selbst auch

Vergebliche Liebesmüh: Jean-Claude Juncker will Tsipras & Co dazu bewegen, für ein "Ja" beim Referendum zu werben. Dabei wäre ein Abschied der Griechen aus der Euro-Zone die beste Lösung für Europa - und für Griechenland selbst auch

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11.45 Uhr: Im Zuge der Griechenland-Krise bangen die ausländischen Fußballer in der Super League um den Wert ihres Gehalts. Wie die Sportzeitung Daily GoaNewsws berichtet, haben sich mit Blick auf den möglichen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone bereits mehrere Spielerberater bei den Vereinen gemeldet und eine Vertragsklausel gefordert, die eine Weiterbezahlung iEuroro garantiertDieie Profis fürchten bei einer neuen Währung in Griechenland eine massive Entwertung ihres Gehalts, sollte es von der Umstellung betroffen seinDieie Berater sollen zudem die Überweisung der Gelder auf ausländische Konten gefordert haben.

Griechische Fußballfans: In der griechischen "Super League" geht die Angst um - Spielerberater sind alarmiert und fordern die Überweisung der Gelder auf ausländische Konten

Griechische Fußballfans: In der griechischen "Super League" geht die Angst um - Spielerberater sind alarmiert und fordern die Überweisung der Gelder auf ausländische Konten

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11 Uhr:DieDie Ratingagentur Fitch senkt wegen der Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland den Daumen über die vier großen Banken des Landes. Fitch bewertet die Folgen für die Kreditwürdigkeit der Institute als teilweisen Zahlungsausfall ("Restricted Default/RD"), wie die Bonitätsprüfer mitteilten. Betroffen sind dieNationalNationaBanknk of Greece, die PiraeuBanknk, die Eurobank Ergasias und diAlphahBanknk. Die Banken in Griechenland sind seit Montag geschlossenDieie Bürger können seither täglich nur maximal 6Euroro am Geldautomat abheben.

9.30 Uhr:DerDer französische FinanzministerMichelMichel Sapin stellt Griechenland bei einem "Ja" im Referendum weitere Verhandlungen mit den Gläubigern in Aussicht. Zugleich betont Sapin, bei einem "Nein" komme man in unbekanntes Territorium. Sapin ergänzt, ein Grexit sei "kein Drama für den Rest Europas".

9.05 Uhr:Der DeDaxax  setzt am Dienstag seinen Kursrutsch fortDerer deutsche Leitindex gibt im frühen Handel 0,5 Prozent nach und fällt auf 11.028 Punkte. Vertreter der griechischen Regierung hatten am Vorabend angekündigt, dass Griechenland die heute fällige .

Viele Rentner in Griechenland haben keine EC-Karte. Sie bezogen bislang ihre Rente in bar am Bankschalter. Mit der Bankenschließung haben sie ernsthafte Probleme, ihre Rechnungen zu bezahlen. Die Regierung öffnet daher für sie vorübergehend die Bankschalter des Landes

Viele Rentner in Griechenland haben keine EC-Karte. Sie bezogen bislang ihre Rente in bar am Bankschalter. Mit der Bankenschließung haben sie ernsthafte Probleme, ihre Rechnungen zu bezahlen. Die Regierung öffnet daher für sie vorübergehend die Bankschalter des Landes

Foto: © Alkis Konstantinidis / Reuter/ REUTERS

8.38 Uhr: Griechenland will ab Mittwoch vorübergehend 1000 Bankfilialen für Rentner öffnen. Pensionären ohne EC- oder Geldkarte soll so ermöglicht werden, an ihre Bezüge zu kommen, teilte das Finanzministerium in Athen mitDieie Filialen sollen zu diesem Zweck bis Freitag geöffnet bleiben. Ein Großteil der Renten in Griechenland wird in bar ausgezahltDieie griechische Regierung hatte nach den gescheiterten Schuldengesprächen mit den Gläubigern angekündigt, die Banken des Landes bis zum kommenden Montag (6Julili) geschlossen zu halten. An Geldautomaten können noch maximal 6Euroro pro Tag abgehoben werden.

08.12 Uhr: Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) hat sich für ein Ausscheiden des Griechenlands aus der Eurozone ausgesprochenDerer "Grexit" sei mit der gegenwärtigen Regierung in Athen "fast unvermeidlich und der ehrlichere Weg". Tsipras Aufruf an die Bevölkerung, am Sonntag gegen die Reformvorschläge der Geldgeber zu stimmen hält Söder für "tief unseriös". Auch im Falle eines "Ja" der griechischen Bevölkerung könnten die Bedingungen für Hilfen nicht komplett geändert werden, warnte Söder.

Varoufakis: "Keine Regelung für einen Euro-Ausstieg"

Varoufakis: "Keine Regelung für einen Euro-Ausstieg"

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7.30 Uhr: Bis Mittwochmorgen 6.00 Uhr (MESZ) müsste Griechenland dem Internationalen Währungsfonds (IWF) 1,54 MilliardeEuroro überweisen. Doch die Regierung Tsipras wird die Schulden nicht überweisen, wie sie bereits ankündigte. Griechenland ist damit das erste entwickelte Land, das seine IWF-Schulden nicht pünktlich zahlt. Zwar bekommt Athen dann keine weiteren IWF-Kredit mehr. Viel tun dagegen kann der Internationale Währungsfonds dagegen aber nicht. "Der IWF hat keine Sanktionsmöglichkeiten für einen solchen Fall", heißt es auWashingtonon.

7.05 Uhr: Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hat im Falle eines Ausschlusses aus deEuroro mit einem juristischen Vorgehen seines Landes gegen EU-Institutionen gedroht.Dieie EU-Verträge haben keine Regelung für einen Ausstieg aus deEuroro, und wir weigern uns, diesen zu akzeptieren", sagte Varoufakis der britischen Zeitung "Daily Telegraph" (Dienstag). Griechenlands Mitgliedschaft sei nicht verhandelbarDieie Regierung in Athen lasse sich derzeit beraten und ziehe nötigenfalls eine gerichtliche Verfügung des Europäischen Gerichtshofs gegen EU-Institutionen in ErwägungDieie Regierung werde von all ihren Rechten Gebrauch machen, betonte Varoufakis.

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Börsenbeben: So trifft Griechenland die Märkte

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6.50 Uhr: Ratingagenturen stufen Griechenlands Kreditwürdigkeit weiter herab.StandardStandard & Poor's senkte die Bonität des Landes am Montag von CCC auf CCC-, was einer Stufe vor dem kompletten Zahlungsausfall entsprichtDieie Wahrscheinlichkeit eines Grexit bezifferte S&P nun mit 50 Prozent.

Fitch wertete die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland als "begrenzten Zahlungsausfall" der GroßbankenDieie Einstufung der lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten deNationalaBanknk of Greece, der PiraeuBanknk, der Eurobank und deAlphahBanknk sei auf jeweils "RD" (restricted default) - die zweitschlechteste Note bei Fitch - von zuvor "CCC" beziehungsweise "C" gesenkt worden, teilten die Bonitätswächter am Montag mit.

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la/rei/ts mit Nachrichtenagenturen
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