mm-Grafik Ein schlechter Film ist der FIFA 10x so viel wert wie der Sieg der neuen Weltmeisterinnen

Foto: Statista

Der Film heißt "United Passions" - und er ist ein Desaster. In den USA hat er an seinem ersten (und einzigen) Wochenende ganze 918 Dollar eingespielt - trotz Hollywood-Star Tim Roth als Noch-FIFA-Präsident Sepp Blatter. Zwischen 25 und 32 Millionen Dollar soll er gekostet haben, den Löwenanteil trägt die FIFA selbst. Die Grafik von Statista  setzt die Produktionskosten dieses selbstbeweihräuchernden Flops in eine neue Relation: Sie sind etwa 10-mal so groß wie die Prämie, die die FIFA den frischgebackenen Fußball-Weltmeisterinnen aus den USA gezahlt hat.

Der Frauen-Titel ist der FIFA damit nicht nur wesentlich weniger wert als die Prämie für die Herren-Weltmeister (Deutschland bekam von der FIFA 35 Millionen Dollar für den Titelgewinn). Die US-Fußballerinnen bekommen auch deutlich weniger Geld als die US-Herren, die für das Erreichen des Achtelfinales und die anschließende Pleite gegen Belgien im vergangenen WM-Jahr etwa 9 Millionen Dollar kassiert  haben.

2,2 Millionen Dollar hat die FIFA seit 2002 außerdem in die Fußball-Hochburg Cayman-Inseln gesteckt: So teuer ist der neue Hauptsitz des lokalen Fußballbunds , zwei Sportplätze inklusive. Investitionen in kleine Fußball-Länder hatten im System Blatter Methode. Bei der FIFA hat jeder Landesverband genau eine Stimme. Entsprechend sind kleine, finanziell eher klamme Länder stimmmäßig genauso wichtig wie Weltmeister Deutschland - sind für finanzielle Anreize aus Zürich allerdings wesentlich dankbarer.

Der Vergleich der Prämie der Weltmeisterinnen verdeutlicht erneut den finanziellen Rückstand des Frauenfußballs, den der Historiker Nils Havemann schon in seiner 2013 erschienenen Geschichte der Bundesliga beschrieb: "Solange die leeren Stadien mit einem vergleichsweise geringen Medieninteresse korrespondieren, ist das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag bei der Förderung des Frauenfußballs aus betriebswirtschaftlicher Sicht ungünstig."

Allerdings nimmt das Interesse stetig zu: 1,35 Millionen Menschen haben die Spiele in Kanada im Stadion verfolgt; für eine Frauen-WM ist das ein Rekord. Zum Vergleich: In Brasilien strömten 2014 bei 3,4 Millionen Menschen in die Stadien. Dort wurden allerdings auch 12 Partien mehr ausgetragen.

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