Mittwoch, 24. April 2019

Preisexplosion in San Francisco Google will Proteste per Fähre umschiffen

Protest in San Francisco: Anwohner protestieren gegen steigende Hauspreise - und nehmen die finanzkräftigen Tech-Riesen ins Visier

Google sucht im Konflikt mit Anwohnern San Franciscos neue Wege: Nachdem Shuttle-Busse des Tech-Riesen in der Bay-Area immer wieder gestoppt worden waren, sollen Google-Mitarbeiter jetzt mit einer Fähre zum Arbeitsplatz gebracht werden. Das Problem steigender Preise kann Google jedoch nicht umschiffen.

San Francisco - Die Mieten und Hauspreise in der Region San Francisco sind in den vergangenen Monaten enorm gestiegen - nach Meinung von Anwohnern nicht zuletzt deswegen, weil zahlungskräftige Mitarbeiter von Technologieriesen wie Google Börsen-Chart zeigen und Apple Börsen-Chart zeigen die Preise nach oben treiben. Die gutbezahlte Tech-Elite, so die Argumentation, beschleunige den Preisauftrieb in der Bay-Area noch zusätzlich.

In den vergangenen Wochen hatten protestierende Anwohner immer mal wieder Shuttle-Busse gestoppt, die Mitarbeiter von Google zu ihrem Arbeitsplatz in Mountain View bringen sollten. Neben den Klagen über die hohen Preise wurden auch die wachsenden Verkehrsprobleme in der Region ins Feld geführt.

Nach Angaben des Wirtschafts-Blogs "Business Insider" und des Senders CBS setzt Google nun auf ein Ausweichmanöver, um die Konflikte nicht noch weiter eskalieren zu lassen und nicht noch weitere Sympathien am Heimatstandort zu verspielen: Der Web-Riese hat eine private Firma beauftragt, Mitarbeiter künftig per Fähre von San Franciso nach Redwood City zu bringen. Die Fähre, die knapp 150 Passagiere befördern kann, soll morgens und abends jeweils zweimal zwischen Bay-Area und Google-Zentrale pendeln.

"Wir wollen den Bewohnern San Franciscos keinerlei Unannehmlichkeiten bereiten", heißt es in einem Statement des Unternehmens. Daher probiere man "alternative Routen" zum Arbeitsplatz aus.

Die Charme-Offensive des Unternehmens setzt sich damit fort. Erst am Vortag hatte Google laut "Business Insider" mit der Stadt San Francisco vereinbart, sich künftig mit rund 100.000 Dollar pro Jahr an den Kosten des Shuttle-Bus-Services zu beteiligen.

Das Problem der steigenden Mieten und Hauspreise wird Google mit seinem Fährdienst jedoch nicht umschiffen können. Nicht nur in der Region San Francisco, sondern landesweit legen die US-Hauspreise wieder rasant zu. Der US-Ökonom Robert Shiller warnt bereits vor einer neuen Blase.

la/mmo

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