Dienstag, 25. Februar 2020

Manipulierte Shoppingsuche - Google geht gegen Kartellstrafe vor Wehe, wenn Google Sie nicht findet ...

 Unterdrückt Google andere Preisvergleichsportale? Der US-amerikanische Online-Konzern sieht das nicht so und geht ab heute in einer Anhörung vor dem EU-Gericht gegen eine milliardenschwere Kartellstrafe vor
Charles Platiau / REUTERS
Unterdrückt Google andere Preisvergleichsportale? Der US-amerikanische Online-Konzern sieht das nicht so und geht ab heute in einer Anhörung vor dem EU-Gericht gegen eine milliardenschwere Kartellstrafe vor

Die Google-Mutter Alphabet geht ab heute vor Europas zweithöchstem Gericht gegen die erste von drei milliardenschweren EU-Kartellstrafen vor. Auf drei Tage ist die Anhörung vor dem Gericht der Europäischen Union angesetzt.

Die EU-Regulierungsbehörden hatten gegen den Online-Riesen in diesem Fall eine Geldbuße in Höhe von 2,4 Milliarden Euro (2,6 Milliarden Dollar) verhängt. In der Begründung hieß es, Google benachteilige kleinere europäische Preisvergleichsportale bei der Berücksichtigung in Suchergebnissen, bevorzuge weiterhin sein eigenes Preisvergleichsangebot und halte sich damit nicht an EU-Vorgaben.

"Die Entscheidung ist falsch in Bezug auf das Gesetz, die Fakten und die Wirtschaft. Shopping-Anzeigen haben den Menschen immer geholfen, die Produkte, die sie suchen, schnell und einfach zu finden und Händlern geholfen, potenzielle Kunden zu erreichen", so Google in einer Stellungnahme.


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Die entscheidende Frage ist, ob Selbstbevorzugung wettbewerbswidrig ist und ob Amazon und eBay direkte Konkurrenten darstellen. Für die Befürworter der Kartellstrafe dreht sich der Fall um die Rolle Google als zentraler Online-Gatekeeper.

"Googles Suchdienst fungiert als De-facto-Königsmacher. Wenn sie nicht gefunden werden, kann ihnen keiner folgen. Kein Unternehmen sollte diese Position missbrauchen dürfen, um seine eigenen Dienste auf Kosten von Wettbewerbern und Verbrauchern zu bewerben", sagte Rechtsanwalt Thomas Hoppner, der Google-kritische Unternehmen vertritt.

"Das Urteil wird Auswirkungen auf eine Vielzahl von Branchen haben, die von einer fairen Rangfolge ihrer Dienste in der Google-Suche abhängig sind", sagte er. Die Entscheidung des Gerichts könnte wegweisend für den zukünftigen Umgang der Europäischen Union mit US-Firmen und möglichem Marktmissbrauch sein und wird im kommenden Jahr erwartet.

rei/Reuters

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