Sonntag, 16. Juni 2019

Glücksspiel Deutsche verzocken jährlich 70 Milliarden Euro

Roulettetisch: Hohe Einsätze auf dem Schwarzmarkt

In der Hoffnung auf den großen Gewinn zahlen die Deutschen nach "Spiegel"-Informationen jährlich über 70 Milliarden Euro für Glücksspiele. Vor allem im Internet steigen die Umsätze.

Es ist eine stattliche Summe: Mehr als 70 Milliarden Euro haben die Deutschen 2013 für Glücksspiele aufgebracht. Das ergibt sich nach Informationen des "Spiegel" aus einer Untersuchung der Länder zur Bewertung des Glücksspielstaatsvertrags, den diese 2011 abgeschlossen haben.

Ziel der damaligen Vereinbarung war es, das Glücksspiel in Deutschland neu zu regeln und den Schwarzmarkt zu bekämpfen. Dies scheint nur teilweise gelungen. So wurden 2013 zwar etwa 48 Milliarden Euro im staatlich regulierten Markt verzockt. Darüber hinaus scheint aber der nicht regulierte Markt im Internet kräftig zu wachsen.

17 Milliarden setzten Spieler in Internetcasinos ein, mindestens drei Mal so viel wie zwei Jahre zuvor. Hinzu kommen Online-Poker und Internetlotterien. Rund drei Milliarden gaben Tipper zudem für Sportwetten aus.

Eigentlich wollten die Länder diesen Bereich mit Lizenzen regulieren. Doch die vorgesehene Vergabe von 20 Konzessionen an Wettanbieter scheiterte bisher. Rechtsstreitigkeiten blockieren das Verfahren auf unbestimmte Zeit.

ts/Spiegel

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