Samstag, 18. Januar 2020

Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo ruft Germanwings-Mitarbeiter für Montag zum Streik auf

Streikende Mitarbeiter von Eurowings und Germanwings (Archivaufnahme)
Oliver Berg/ DPA
Streikende Mitarbeiter von Eurowings und Germanwings (Archivaufnahme)

Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings für den kommenden Montag (30. Dezember) zu einem dreitägigen Streik aufgerufen. Der Ausstand soll bis einschließlich Neujahr dauern, teilte die Gewerkschaft am Freitag in Frankfurt mittels einer Video-Botschaft mit.

Germanwings ist noch mit etwa 30 Flugzeugen für die Marke Eurowings unterwegs, soll aber perspektivisch auf den Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Das Management gebe den Mitarbeitern keine klare Perspektive für die Zukunft ihres Flugbetriebs, erklärte Ufo-Vize Daniel Flohr. Diese Perspektivlosigkeit zeige sich auch in den Tarifthemen am Verhandlungstisch.

Gestreikt werden soll den Angaben zufolge bei Germanwings vom 30. Dezember 0.00 Uhr bis zum 1. Januar um 24.00 Uhr. Die Schlichter hätten bis zum heutigen Freitag nach einer Lösung in dem Tarifstreit gesucht, aber ohne Ergebnis, sagte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies. Deshalb habe Ufo nun die Reissleine gezogen.

Allerdings gehe die Gewerkschaft nicht gleich "aufs Ganze", es gehe nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Passagiere zu schädigen. Vielmehr habe der Konzern noch die Möglichkeit, Tarifforderungen zu erfüllen. Wenn es jetzt aber kein Einlenken gebe, "dann werden wir während des Germanwings-Streiks sicherlich auch verkünden müssen, dass es bei den anderen Airlines Streiks gibt". Diese würden dann massiver und länger werden.

Ein Lufthansa-Sprecher hatte am Donnerstag erklärt: "Wir als Lufthansa schauen konstruktiv nach vorne." Er fügte hinzu: "Wir sind weiter an einer großen Schlichtung interessiert. Streiks sind aus unserer Sicht keine Lösung." Die Lufthansa schaue nun auf die vorgeschlagenen Schlichtungstermine im Januar, ergänzte der Sprecher.

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200 000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

dpa, Reuters

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