Samstag, 18. Januar 2020

Ufo versus Lufthansa Germanwings-Streik hat begonnen - Airline erwartet geregelten Flugbetrieb

Germanwings-Maschine am frühen Montagmorgen auf dem Düsseldorfer Flughafen
Marcel Kusch / dpa
Germanwings-Maschine am frühen Montagmorgen auf dem Düsseldorfer Flughafen

Die Kabinengewerkschaft Ufo hat am ersten Streiktag ihre Drohung bekräftigt, den dreitägigen Ausstand bei Germanwings auszudehnen. "Wir können das kurzfristig verlängern", sagte Ufo-Vize Daniel Flohr am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Wir wollen das nicht", ergänzte er zwar, aber wenn die Gewerkschaft am Ende der drei Tage glaube, "dass es mehr davon braucht", werde sie zu weiteren Streiks aufrufen.

Die Lufthansa-Tochter Germanwings kritisiert die Streiks, bei denen es offiziell um eine Regelung zur Teilzeit geht, als unangemessen.

"Die Kritik ist natürlich immer da, wenn wir streiken. Aber in diesem Fall ist sie inhaltlich nicht berechtigt", sagte Flohr. Auch ein Einlenken der Germanwings am Samstag führte nicht zu einer Absage des Streiks. Laut Ufo habe es sich dabei nur um ein scheinbares Entgegenkommen gehandelt: "Das ist nicht das, was wir gefordert haben", sagte Flohr.

Nach gescheiterten Vorgesprächen zu einer Schlichtung hatte die Ufo am Freitag die Flugbegleiter von Germanwings für Montag, Dienstag und Mittwoch zum Streik aufgerufen. Rund 180 vor allem innerdeutsche Flüge sollten bundesweit ausfallen. Germanwings fliegt im Flugbetrieb der Eurowings.

Trotz des Streiks geht die Airline indes von einem geregelten Flugbetrieb aus. Viele Fluggäste seien auf andere Flüge umgebucht worden, sagte Eurowings-Sprecher Matthias Eberle am Montag ebenfalls im "Morgenmagazin". Von rund 1200 Eurowings-Flügen fänden in den drei Streiktagen von Montag bis Mittwoch mehr als 1000 statt.

Eberle wirft der Gewerkschaft vor, dass es ihr nicht mehr um Inhalte gehe. Die Arbeitgeberseite sei der Ufo am Samstag weit entgegenkommen, sagte Eberle. Germanwings hatte ihren Beschäftigten die Teilzeitregelungen der Lufthansa angeboten - das Thema war der offizielle Streikgrund. Ufo lehnte aber ab, weil sie eigene Tarifregelungen zur Teilzeit will.

"Der Teilzeitvertrag der Lufthansa ist nachweislich der beste, den es in der Industrie gibt", sagte Eberle am frühen Montagmorgen. Dass die Gewerkschaft ihn ablehnt, zeigt aus Eberles Sicht, dass es nicht mehr um sachliche Themen gehe, "sondern um andere Themen, auch um persönliche Themen."

luk / dpa

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