Samstag, 18. Januar 2020

Vorerst kein weiterer Streik Germanwings fliegt wieder

Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings wollen vorerst nicht weiter streiken. Der Flugbetrieb soll ab Donnerstag wieder normal laufen.
Oliver Berg / DPA
Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings wollen vorerst nicht weiter streiken. Der Flugbetrieb soll ab Donnerstag wieder normal laufen.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo verzichtet auf eine Verlängerung des Streiks bei der Lufthansa-Gesellschaft Germanwings. "Wir werden den Streik wie geplant am Mittwoch beenden", sagte ein Ufo-Sprecher am Mittwochnachmittag. Der Ausstand der Kabinengewerkschaft hatte am Montag begonnen und sollte drei Tage dauern. Allerdings hatte Ufo zwischenzeitlich eine Verlängerung des Ausstands angedroht.

Wie bereits an den beiden Vortagen mussten auch am Neujahrstag Tausende Passagiere bundesweit Einschränkungen hinnehmen. Am Mittwoch sollten mehr als 70 Flüge ausfallen, wie aus einer aktuellen Übersicht auf der Internetseite von Eurowings hevorgeht. Insgesamt wurden im Zuge des dreitägigen Streiks über 190 Verbindungen gestrichen. Die Lufthansa verwies darauf, dass aus der Konzernfamilie andere Tochter-Unternehmen wie Austrian-Airlines eingesprungen seien und sich die Auswirkungen auf die Passagiere so in Grenzen gehalten hätten.

Dritter Streiktag bei Germanwings: Der Ausstand der Flugbegleiter endete am Neujahrstag.
REUTERS/Rafael Marchante
Dritter Streiktag bei Germanwings: Der Ausstand der Flugbegleiter endete am Neujahrstag.

"Wir müssen erstmal nichts mehr beweisen", sagte der Ufo-Sprecher mit Verweis auf die ausgefallenen Flüge. Am kommenden Sonntag werde es ein gewerkschaftsinternes Treffen geben, um das weitere Vorgehen zu beraten. Bis zuletzt habe es keine Gespräche mehr mit der Arbeitgeberseite gegeben.

Germanwings ist mit rund 30 Flugzeugen und etwa 1400 Mitarbeitern für Eurowings unterwegs, soll aber mit dem Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Das Management gebe den Mitarbeitern keine klare Perspektive für die Zukunft ihres Flugbetriebs, hatte Ufo-Vize Daniel Flohr kritisiert.


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Offizieller Streikgrund sind Regelungen zur Teilzeit für Kabinenbeschäftigte, die laut Ufo unerfüllt sind. Germanwings hatte den Beschäftigten die Teilzeitregelungen der Lufthansa angeboten. Ufo lehnte aber ab, weil sie eigene Tarifregelungen zur Teilzeit will. Eurowings betrachtet den Streik als unangemessen und setzte sich zum Ziel, in den drei Tagen von geplanten 1200 Flügen mehr als 1000 durchzuführen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte sich letztlich zu einer Schlichtung bereit erklärt. Für die Gewerkschaft ist der frühere SPD-Chef und ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck, Schlichter. Für Lufthansa hat die Rolle Frank-Jürgen Weise übernommen, der frühere Chef der Bundesagentur für Arbeit.

rei/Reuters/dpa

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