Mittwoch, 27. Mai 2020

Grounding von Germanwings Lufthansa verkleinert Flotte und stellt Betrieb von Germanwings ein

Grounding: Lufthansa stellt den Flugbetrieb von Germanwings ein
REUTERS/Rafael Marchante
Grounding: Lufthansa stellt den Flugbetrieb von Germanwings ein

Wegen der Corona-Krise stellt die Lufthansa Börsen-Chart zeigen den Flugbetrieb ihres Tochterunternehmens Germanwings ein und legt dutzende Flugzeuge still. Mit einem ersten Restrukturierungspaket wolle der Konzern "die Kapazität der Flugbetriebe sowie der Administration längerfristig absenken", hieß es am Dienstag in einer Erklärung. Angaben über mögliche Arbeitsplatzverluste machte Lufthansa nicht. Alle aus der Schließung von Germanwings resultierenden Optionen sollten mit den Sozialpartnern besprochen werden, hieß es.

Germanwings flog bislang für Eurowings. Die bereits vor der Krise festgelegte Zielsetzung von Eurowings, den Flugbetrieb auf eine Einheit zu bündeln, werde "nun beschleunigt umgesetzt", erklärte Lufthansa. "Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet."

Auch bei der Tochter Eurowings werde die Zahl der Flugzeuge weiter reduziert. So sind zusätzlich zehn Airbus A320 aus dem Kurzstreckenbereich zur Ausflottung vorgesehen, wie Lufthansa mitteilte. Zudem soll das Langstreckengeschäft der Eurowings verkleinert werden.

Auch bei Eurowings werden Flüge weiter reduziert

Bei der Lufthansa Airline werden sechs Riesen-Airbus vom Typ A380 und sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kommen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. Damit reduziere Lufthansa die Kapazitäten an den Drehkreuzen Frankfurt und München, hieß es in der Erklärung.

Zusätzlich werde Lufthansa Cityline, die vor allem touristische Langstreckenziele anfliegt, drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen, kündigte Lufthansa an.

Umfangreiche Restrukturierung

Für alle von dem Restrukturierungspaket betroffenen Mitarbeiter gelte weiter das Ziel, möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Lufthansa Group zu bieten, teilte der Konzern mit. Dafür sollten mit den Sozialpartnern zügig Gespräche vereinbart werden, um unter anderem über neue Beschäftigungsmodelle zur Sicherung von möglichst vielen Arbeitsplätzen zu sprechen.

Lufthansa Technik: Kurzarbeit für 12.000 Beschäftigte

Die Lufthansa Technik AG hat unterdessen für rund 12 000 Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit bis Ende August vereinbart. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung sei mit den Gremien der betrieblichen Mitbestimmung abgeschlossen worden, teilte die Lufthansa-Tochter am Dienstag in Hamburg mit. Der Umfang der Kurzarbeit könne je nach Arbeitsausfall bis zu 100 Prozent betragen und werde mit den jeweiligen Mitbestimmungsgremien abgestimmt.

Um die Auswirkungen auf die Mitarbeiter möglichst gering zu halten, werde das Kurzarbeitergeld vom Unternehmen auf 90 Prozent des Nettogehalts aufgestockt, bei leitenden Mitarbeitern auf 80 Prozent. Ähnliche Regelungen würden bei den mehr als 30 internationalen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften angestrebt, soweit sie in den jeweiligen Ländern möglich seien, hieß es in der Mitteilung. Die Leistungen der Lufthansa Technik - Reparatur, Wartung und Überholung von zivilen Flugzeugen - sollen den internationalen Kunden auch während der Kurzarbeit zur Verfügung stehen

la/dpa

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