Montag, 18. November 2019

German Excellence Day Was Luxusmarken besser machen können - und wie

German Excellence Circle: Reden wir über Luxus
manager lounge

Absolute Präzision, feinste Materialien, beste Verarbeitung: All diese Faktoren machen noch keine Luxusmarke aus - sondern sind nur die nötigen Voraussetzungen für den Aufbau einer solchen. Das erläuterte Alexander Biesalski von der Markenberatung Biesalski & Company beim German Excellence Day der manager lounge (hier die Bilder des Abends). Das Event, das passend zum Thema am 16. Oktober in Hamburgs neuestem Fünf-Sterne-Plus-Hotel "The Fontenay" tagte, brachte Entscheider und Vordenker der Luxus- und Premiumbranche zu einer Diskussion über die Herausforderungen der Zukunft zusammen.

Markenbewertungs-Pionier Biesalski ging gemeinsam mit Johannes Spannagl, Strategie-Experte und Managing Partner bei der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner, der Frage nach, warum sich ausgerechnet deutsche Unternehmen auf dem boomenden Wachstumsmarkt der Luxusgüter so schwertun. Vor allem Modemarken wie Bogner, Strenesse und Escada hätten da den Anschluss verpasst; auch deutsche Möbelhersteller finden sich im Top-Ranking der Luxusmarken kaum. "Die Unternehmen haben ihre Eigenständigkeit verloren! Wer sich nicht mehr von der Konkurrenz unterscheidet und zum Mitschwimmer wird, geht über kurz oder lang unter", so Biesalski.

Erfolgsstrategien seien daher vor allem Emotionalisierung, Unterscheidbarkeit und Individualisierung: "Wer sich in der Nische auf Zielgruppen von morgen fokussiert, echte Innovationsführerschaft für sich beansprucht, im weltweit boomenden Luxusmarkt erfolgreich internationalisiert und individuelle Kundenwünsche in den Mittelpunkt stellt, der sichert sich strategische Überlegenheit", so Spannagl.

Für Heinz Ramseier, Chief Creative Officer der Swiss Nobel Group, ist Nachhaltigkeit der entscheidende Erfolgsfaktor für Luxusmarken: "Vor allem kleinere Marken, die respektvoll mit der Umwelt, natürlichen Ressourcen und künftigen Generationen umgehen, werden die Gewinner in der wettbewerbsorientierten Welt der Luxusgüter sein." Dabei komme es auf handwerkliche Präzision und Glaubwürdigkeit an.

Das konnte auch Gerhard Volkner bestätigen, der mit seiner Manufaktur Volkner Mobile luxuriöse Wohnmobile baut, die bis zu zwei Millionen Euro kosten können. Er legte den Finger allerdings an einen wunden Punkt: Obwohl "Made in Germany" weiterhin einen ausgezeichneten Ruf habe, sei es zunehmend schwierig, ausreichend Fachkräfte zu finden, die auf hohem Niveau überragendes Handwerk leisten können und wollen.

Der German Excellence Circle ist am 27. November zu Gast in München. Hier werden außer den Impulsvorträgen von Alexander Biesalski, Johannes Spannagl und Heinz Ramseier auch Einblicke von Kai Renchen geboten. Der Gründer der Online-Parfümerie Parfumdreams (jüngst mehrheitlich von Douglas übernommen) spricht darüber, wie die Digitalisierung die Premium- und Beautybranche verändert und welche Konzepte Erfolg haben können.

mm

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