Donnerstag, 24. Oktober 2019

Klagen gegen Oracle und Google Warum die "Gender Pay Gap" für US-Konzerne zum Problem wird

Gender Pay Gap: Auch in Deutschland verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation deutlich weniger
imago / Westend61
Gender Pay Gap: Auch in Deutschland verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation deutlich weniger

Der amerikanische Softwarekonzern Oracle ist wegen seiner Gehaltspolitik in die Schusslinie geraten. Der Vorwurf: Oracle soll über Jahre Frauen deutlich schlechter bezahlt haben als ihre männlichen Kollegen. Um durchschnittlich 13.000 Dollar sollen Frauen für gleiche Arbeit im Durchschnitt pro Jahr schlechter gestellt worden sein, heißt es in einer Untersuchung, die mehrere Klägerinnen am Freitag zusammen mit einer Klageschrift bei einem kalifornischen Gericht einreichten.

Erklärtes Ziel der Frauen: eine Sammelklage der mehr als 4200 aktuellen und ehemaligen weiblichen Angestellten in Kalifornien. Die früheren Beschäftigten des Softwarekonzerns beschuldigen Oracle, über Jahre wissentlich und willentlich weibliche Angestellte schlechter bezahlt zu haben als ihre männlichen Kollegen - und damit gegen kalifornisches Recht verstoßen zu haben.

Als Beleg legten sie eine Auswertung der Oracle-Lohnbuchhaltung vor. Demzufolge lag das Grundgehalt von Frauen im Mittel rund 3,8 Prozent unter dem ihrer männlichen Gegenparts, die Boni 13,2 Prozent und die Aktienbeteiligungen 33,1 Prozent niedriger. Ungleichheiten, die den Angaben zufolge davon unberührt waren, ob die Betreffenden dieselben Bewertungen seitens ihrer Vorgesetzen erhielten sowie über dieselbe Erfahrung verfügten.

Auch gegen Google läuft eine Klage

Oracle ist nicht das einzige Unternehmen, das sich aktuell mit einer Klage wegen ungerechter Gehaltspraktiken konfrontiert sieht. Gegen Google läuft in Kalifornien eine ähnliche Klage, der sich bis zu 8300 weibliche Beschäftigte anschließen könnten.

Als problematisch für beide Konzerne könnte sich dabei erweisen, dass sowohl bei Google als auch bei Oracle bereits 2017 seitens des US-Arbeitsministeriums eine Diskriminierung weiblicher Angestellter festgestellt wurde. Daraus wurden aber offenbar keine oder keine ausreichenden Konsequenzen gezogen.

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