Freitag, 28. Februar 2020

Fusionierter Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schreibt hohen Verlust

Bis zum Jahr 2022 will der fusionierte Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof insgesamt rund 380 Millionen Euro durch Synergien einsparen.

Die fusionierte Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schreibt rote Zahlen. Allein Karstadt werde in diesem Jahr "einmalig etwa 78 Millionen Euro Verlust machen", sagte Vorstandschef Stephan Fanderl dem "Handelsblatt". Das sei "nicht überraschend". "Wir haben viele verlustträchtige Einheiten früh im Jahr auf die Karstadt-Seite genommen und die Einsparungen eher auf der Kaufhof-Seite verbucht", sagte Fanderl.

Zudem erschwerten Altlasten vom früheren Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company die Sanierung. Der kumulierte Verlust aus den vergangenen vier Jahren bei Kaufhof habe bei 600 Millionen Euro gelegen.

Bis 2022 wolle der vor etwas mehr als einem Jahr fusionierte Konzern insgesamt rund 380 Millionen Euro durch Synergien einsparen. Im kommenden Geschäftsjahr seien davon bereits 130 Millionen Euro geplant. "Bis 2023 werden wir eine Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent erreichen", sagte Fanderl.

Durch Investitionen des Galeria-Karstadt-Kaufhof-Eigentümer René Benko seien Kaufhof und Karstadt heute schuldenfrei. Die aktuellen Streiks in den Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi gefährdeten jedoch die Sanierung. "Das ist in dieser wichtigen Phase wirklich schädlich und unverantwortlich", sagte Fanderl.


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Die jüngsten Streiks der Mitarbeiter schlügen sich inzwischen auch auf den Umsatz nieder. "Wie hoch genau können wir noch nicht sagen, aber das wird im Dezember ein Minus produzieren. Das ist nicht einfach zu verkraften." Das Unternehmen verhandelt mit Verdi über einen gemeinsamen Sanierungstarifvertrag für Kaufhof und Karstadt. Kaufhof ist seit einem Jahr Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem früheren Erzrivalen Karstadt.

rei/dpa/Reuters

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