Montag, 18. November 2019

Investor gefunden Fresenius verkauft Biotechsparte nach Israel

Dialyse-Maschine der Fresenius-Tochter FMC: Konzentration auf Wachstum

Der Gesundheitskonzern Fresenius schluckt seit Jahren Wettbewerber um Wettbewerber und trimmt seine Töchter auf Wachstum und Rendite. Mit der defizitären Biotech-Sparte gibt der Konzern nun auch einmal Geschäft ab - auch dies zugunsten der Rendite.

Frankfurt - Der Gesundheitskonzern Fresenius hat seine defizitäre Biotechsparte Fresenius Biotech an die israelische Unternehmerfamilie Fuhrer verkauft. Der Bad Homburger Konzern will sich künftig auf seine vier großen Konzernsparten FMC, Kabi, Helios und Vamed konzentrieren, weil er hier weltweit die größten Wachstumschancen sieht.

Der Verkauf umfasse beide Produkte der Biotechsparte, den Antikörper Removab und das Mittel ATG-Fresenius S, ein Medikament gegen Abstoßungsreaktionen bei Organ-Transplantationen, teilte Fresenius Börsen-Chart zeigen am Freitag mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Zuletzt 150 Beschäftigte

Fresenius Biotech kam 2012 auf Umsätze von 34,9 Millionen Euro, dabei fiel ein Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 26 Millionen Euro an. Für das laufende Jahr hatte Fresenius-Chef Ulf Schneider einen Ebit-Verlust von rund 15 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Sparte mit Sitz in München hat rund 150 Beschäftigte.

Fresenius Biotech gehörte zuletzt zu keiner der vier Konzernsparten, sondern war direkt an der Holding angegliedert. Der Verkauf wird sich Fresenius zufolge bereits ab Juli positiv auf das Konzernergebnis auswirken.

Der Unternehmerfamilie Fuhrer gehört der Arzneimittelhersteller Neopharm, laut Fresenius das zweitgrößte Pharmaunternehmen Israels. Konzernchef David Fuhrer will Neopharm zu einem international aufgestellten Biopharmazie-Unternehmen ausbauen. Aktuell kommt Neopharm auf einen Jahresumsatz von 350 Millionen Dollar.

krk/rtr

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