Donnerstag, 20. Juni 2019

Nach geplatztem Akorn-Deal Fresenius-Chef sucht weiter große Übernahmeziele

Fresenius-Chef Stephan Sturm: "Wir kaufen sehr gern Unternehmen, und daran wird sich auch nichts ändern"

Fresenius-Chef Stephan Sturm will trotz der gescheiterten Übernahme des US-Generikafirma Akorn weiter über große Akquisitionen wachsen. "Wir kaufen sehr gern Unternehmen, und daran wird sich auch nichts ändern. Wir haben die Managementkapazität und verfügen über die nötige Finanzkraft", sagte Sturm in einem Interview mit dem manager magazin: "Das Einzige, was im Moment fehlt, sind passende Ziele, die zu einem vertretbaren Preis zu haben sind. Sobald sich dieser Zustand ändert, werden wir auch wieder aktiv."

Auf die Frage, welchen Anteil er persönlich an den beiden Mitte Oktober und Anfang Dezember veröffentlichten Ergebniskorrekturen hatte, sagte Sturm: "Es kann sein, dass ich zu sehr an die langfristigen Ziele gedacht und dabei dem nächsten Quartal zu wenig Gewicht eingeräumt habe."


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Insgesamt gab er sich davon überzeugt, habe das Unternehmen die richtigen Schlüsse gezogen: "Im deutschen Krankenhausbereich wie auch im US-Dialysegeschäft haben wir personelle Konsequenzen gezogen, denn da hätten wir besser performen können. Wir haben auch unsere Reportingsysteme an einigen Stellen nachjustiert, damit wir künftig deutlicher und früher sehen, wo wir gegensteuern müssen."

Die Gewinnwarnung von Fresenius Medical Care, an der Fresenius rund 31 Prozent hält, sowie die Korrektur der Gewinnerwartung im deutschen Krankenhausgeschäft Mitte Oktober sowie der Rücknahme der mittelfristigen Ziele Anfang Dezember hatten den Kurs der Fresenius Muttergesellschaft von rund 70 Euro zeitweise auf unter 40 Euro abstürzen lassen. Der gerichtliche Auseinandersetzung über den von Sturm angestrebten Ausstieg aus der Übernahme der US-Generikafirma Akorn hatte den Kurs der Fresenius-Aktie davor stark belastet.

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