Dienstag, 16. Juli 2019

Medizinkonzern Fresenius fährt Rekordergebnis ein

Produktion von Dialyse-Maschinen: Fresenius Medical Care hat weiter zu kämpfen

Der Medizinkonzern Fresenius hat im dritten Quartal so viel verdient wie noch nie. Und das trotz der Schwäche der Dialysetochter, die in den USA gleich doppelt belastet wird. Für die Zukunft drohen Fresenius Medical Care weitere Rückschläge.

Bad Homburg - Der Medizinkonzern Fresenius hat das dritte Quartal dank der Geschäfte mit Nachahmermitteln und Krankenhäusern mit dem höchsten Konzernergebnis der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. In den ersten neun Monaten sei der Gewinn um 10 Prozent auf 753 Millionen Euro gestiegen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 15 Milliarden Euro.

Im Dax legten die Aktien von Fresenius Börsen-Chart zeigen 1,6 Prozent zu.

Gegenwind bekam Fresenius bei seiner Tochter Fresenius Medical Care (FMC) in den USA zu spüren: Seit Jahresbeginn gibt es dort eine Steuer auf medizinische Geräte, zudem sind seit April automatische Haushaltskürzungen in Kraft. In der Folge bezahlen die USA für die Behandlung von staatlich krankenversicherten Dialysepatienten 2 Prozent weniger. Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich um 1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Die Papiere von FMC Börsen-Chart zeigen verloren vorbörslich, legten zuletzt aber 1,1 Prozent zu.

FMC drohen weitere Rückschläge

Im kommenden Jahr droht FMC ein noch härterer Rückschlag: Dann wollen die Behörden die Vergütung senken, weil die Kliniken bei der Dialyse seit einiger Zeit weniger vom Wirkstoff Epo einsetzen, der die Bildung von roten Blutkörperchen anregt. Die staatlichen Krankenversicherungen haben im Juli einen Preisrückgang um 9,4 Prozent vorgeschlagen, seitdem wird verhandelt. Eine Entscheidung wird bis Ende November erwartet.

Bei Rhön-Klinikum sieht sich Fresenius im Zeitplan: Die Hessen hatten Mitte September den Kauf eines Großteils der Kliniken des fränkischen Konkurrenten für gut 3 Milliarden Euro angekündigt. Fresenius will die Kliniken mit der eigenen Kliniksparte Helios zusammenführen.

Konzernchef Ulf Schneider bestätigte am Dienstag auch die im Sommer erhöhte Gewinnprognose: 2013 soll der Überschuss auf mehr als eine Milliarde Euro steigern - ein Plus von 11 bis 14 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz soll unter Ausklammerung von Währungsschwankungen zwischen 7 und 10 Prozent zulegen und die 20 Milliarden-Grenze überschreiten.

ts/dpa-afx/rtr

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