Folgen der Corona-Krise Fraport will bis zu 4000 Stellen abbauen

Flughafen Frankfurt: Stefan Schulte, Vorstandschef des Flughafenbetreibers Fraport, rechnet erst 2023 wieder mit einer Normalisierung des Passagieraufkommens - dann allerdings auf niedrigerem Niveau.

Flughafen Frankfurt: Stefan Schulte, Vorstandschef des Flughafenbetreibers Fraport, rechnet erst 2023 wieder mit einer Normalisierung des Passagieraufkommens - dann allerdings auf niedrigerem Niveau.

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Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport wird in den kommenden Jahren zwischen 3000 und 4000 seiner gut 22.000 Arbeitsplätze wegen der Corona-Krise abbauen. "So hart wie es ist, wir werden zwischen 3000 und 4000 Leuten weniger beschäftigen können", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Fraport-Chef Stefan Schulte am Mittwoch.

Es gehe dabei um den Zeithorizont 2023 und 2024. Verhandlungen mit den Gewerkschaften sollten bald beginnen. Die Luftfahrt hat durch die Corona-Reisebeschränkungen den schwersten Geschäftseinbruch ihrer Geschichte erlebt. Die Branche erwartet eine nur langsame Erholung und rechnet mit dem Vorkrisenniveau frühestens 2023. Bei Fluggesellschaften und Flughäfen weltweit gehen massiv Arbeitsplätze verloren.

Fraport-Chef Stefan Schulte

Fraport-Chef Stefan Schulte

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Auch Schulte rechnet nach Aussagen von Mitte Mai erst 2023 wieder mit einer Normalisierung - aber auch dann werde das Passagieraufkommen um 15 bis 20 Prozent niedriger sein als 2019, ein Niveau das er als "Normal Null" bezeichnete. Für das kommende Jahr erwartet er gerade einmal die Hälfte, im Jahr darauf rund 80 Prozent des "neuen Jahr Null" 2023. Dabei dürfte der Urlaubsverkehr stärker wachsen als die Nachfrage von Geschäftsreisenden, sagte er.

Schulte ist mit Blick auf eine schnelle Erholung des Luftverkehrs vorsichtig. "Wir hoffen, dass wir irgendwann im Sommer wieder ein stärkeres Hochfahren des Verkehrs sehen." Im Mai seien die wenigen Flüge schon wieder etwas besser ausgelastet gewesen als im April. Der Manager wäre "schon glücklich", wenn das Passagieraufkommen im Dezember wieder 30 oder 35 Prozent dessen erreicht, was Schulte als "normales Niveau" betrachtet.

Seit Beginn der Corona-Krise veröffentlicht der Flughafenbetreiber Fraport jede Woche Daten über das Passagier- und Frachtaufkommen am Frankfurter Flughafen. Die Grafik zeigt, wie stark die Zahlen im Verlauf eingebrochen sind. Doch so langsam erholt sich das Passagiergeschäft auf Deutschlands größtem Airport wieder: So wurden in Frankfurt im Mai wieder mehr Gäste abgefertigt als noch im April.



rei/dpa-afx
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