Mittwoch, 13. November 2019

Übernahmeangebot für Anbieter von Fitness-Trackern Google-Mutter Alphabet will offenbar Fitbit kaufen

Fitness-Tracker von Fitbit messen alle möglichen Funktionen wie Kalorienverbrauch, zurückgelegte Strecke oder auch den Herzschlag
Getty Images for Fitbit
Fitness-Tracker von Fitbit messen alle möglichen Funktionen wie Kalorienverbrauch, zurückgelegte Strecke oder auch den Herzschlag

Die Google-Mutter Alphabet will Fitbit übernehemen, einen Hersteller für Fitness- und Gesundheitssmartwatches, berichtet der englischsprachige Reuters-Dienst am Montagabend unter Berufung auf Insider.

Aktien von Fitbit schossen daraufhin um bis zu 35 Prozent in die Höhe, was zwischenzeitlich den Börsenwert des Unternehmens auf mehr als 1,4 Milliarden Dollar klettern ließ. Aktien von Alphabet kletterten um 2 Prozent. Weder über die Höhe noch zu anderen Details des möglichen Angebots wurde etwas bekannt. Alphabet, Fitbit und Google wollten den Bericht nicht kommentieren.

Fitness-Tracker von Fitbit messen die Schritte ihrer Träger, berechnen den Kalorienverbrauch oder die zurückgelegte Strecke. Sie können ebenso zurückgelegte Höhemeter ausweisen, die Schlafdauer oder auch die Herzfrequenz ihrer Träger messen.

Fitbit ging im Sommer 2015 an die Börse. Zuletzt lief es nicht so gut für den Anbieter von Fitneß-Trackern

Fitbit gilt als Pionier auf dem Markt für sogenannte Wearable. Das Unternehmen hat sich mit US-Krankenversicherern zusammengetan und Akquisitionen auf dem Gesundheitsmarkt getätigt, um seine Einnahmequellen zu diversifizieren. Analysten glauben, dass ein Großteil des Wertes von Fitbit in den gesammelten Gesundheitsdaten liegen könnte.

Zuletzt lief es für den Anbieter von Fitness-Trackern allerdings weniger gut. Fitbit musste seine Umsatzprognose im Juli für 2019 senken und machte dafür vor allem enttäuschende Verkäufe verantwortlich. Als Problem sehen Experten, dass die Produkte von Fitbit etwa mit der höherpreisigen Apple Watch nicht mithalten können, im Billigsegment wiederum chinesische Wettbewerber dem Unternehmen zusehends das Wasser abgraben. Seine Zahlen für das dritte Quartal will Fitbit am 6. November vorlegen.

Mit der möglichen Übernahme bekäme der Suchmaschinenriese Google im Smartwatch-Bereich einen Fuß auf den Markt. Zwar arbeitet Google mit LG zusammen, dessen moderne Armbänder mit Software des Internetkonzerns betrieben werden. So entwickelt Google das speziell auf Computer-Uhren ausgerichtete Betriebssystem Wear OS. Doch hat Google mit eigenen Hardware-Produkten bislang keine starke Präsenz im Bereich der Wearables aufbauen können.

Fitbit wäre indes nicht der erste Deal, den Google im Bereich der Wearables anstrebt. Die Fossil Group hatte im Januar bekannt gegeben, dass sie ihre Patente im Zusammenhang mit der in Entwicklung befindlichen Smartwatch-Technologie für 40 Millionen US-Dollar an Google verkaufen wird. Google hatte sich bislang nicht dazu geäußert, was es mit diesen Patenten und Knowhow vorhat.

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