Sonntag, 21. Juli 2019

EZB und Fed verstärken die Krise, statt sie zu lösen Entmachtet die Notenbanken!

Fed-Chefin Janet Yellen, EZB-Chef Mario Draghi: Die Notenbanken treiben uns mit ihrer Politik immer tiefer in die Krise, statt sie zu lösen

4. Teil: Die falsche Medizin verstärkt die Krankheit - es ist Zeit, die Notenbanken zu entmachten

Das billige Geld fördert dabei durchaus auch weitere Investitionen. Als im Zuge des - ebenfalls schuldenfinanzierten - Booms in China der Ölpreis nach oben ging, lohnte es sich für die Fracking Unternehmen in den USA in die Ölförderung einzusteigen. Befeuert durch billiges Geld. Nicht zufällig dürfte die Kurve der US-Ölfördermenge parallel zur Bilanzsumme der Fed verlaufen.

Billiges Geld und Kurzfirstboom in China haben die Ölförderung attraktiv gemacht. Nun haben wir schwächelnde Nachfrage und Überkapazitäten mit der Folge eines Preisverfalls. Was auf den ersten Blick wie eine kluge Strategie aussieht um die Realwirtschaft zu beleben - billiges Öl wirkt wie eine Steuersenkung - entpuppt sich immer mehr als Risiko für die Vermögenspreise und damit den Schuldenturm der Notenbanken. Bleibt nur eine Antwort: noch mehr Geld!

Zeit für eine neue Politik

Es ist faszinierend, dass selbst nach über dreißig Jahren Misswirtschaft mit erheblichen negativen Konsequenzen für Realwirtschaft und breite Bevölkerungsschichten, die Hoffnungen der Welt auf den Notenbanken ruht.

Kommt es zur nächsten Krise, werden wieder Bilder von Draghi, Yellen und Co. um die Welt gehen, wie sie uns mit ihrem beherzten Eingreifen "retten". In Wirklichkeit würden sie uns nur noch mehr vergiften.

Die falsche Medizin der Notenbanken wirkt immer weniger. Die Nebenwirkungen werden immer offensichtlicher. Verlieren die Finanzmärkte das Vertrauen in die Allmacht der Notenbanken, droht uns die "Mutter aller Krisen". Spätestens dann sollten wir die Notenbanken entmachten. Es ist Zeit für eine gänzlich neue Politik.


Diesen Text veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung von Daniel Stelter, beyond the obvious.

Daniel Stelter ist Mitglied der MeinungsMacher von manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wider.

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