Dienstag, 18. Juni 2019

Audi bleibt Sponsor des deutschen Fußballmeisters So scheiterte der Mega-Deal zwischen FC Bayern und BMW

Begossene Sieger: Der scheidende Bayern-Profi Arjen Robben (r.) und Co-Trainer Peter Hermann bei der obligatorischen Weizen-Dusche nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft am Samstag in München.

Es sollte ein Sponsorenvertrag werden, der über mehrere Jahre ein Volumen von angeblich bis zu 800 Millionen Euro hätte erreichen können - doch nun ist er geplatzt. Die Rede ist vom angestrebten Deal zwischen dem FC Bayern und dem Münchner Autokonzern BMW. Wie der deutsche Fußball-Rekordchampion kurz nach dem Vollzug der 29. Meisterschaft am Wochenende mitteilte, hat er die Gespräche über eine mögliche Partnerschaft "aufgrund fehlender Vertrauensbasis" abgebrochen. Das Treffen fand laut Club bereits am 8. Mai statt. "Die Verhandlungen sind beendet, und wir werden nicht Sponsor des FC Bayern München", zitiert zudem SPIEGEL-ONLINE einen BMW-Sprecher.

"Über die Gründe für diese Entscheidung möchte der FC Bayern derzeit Stillschweigen bewahren", hieß es in der Erklärung des Vereins. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" darüber berichtet.

Das Aus kommt überraschend, denn beide Seiten hatten bereits eine Absichtserklärung abgegeben. Man habe "eine Vereinbarung mit BMW Börsen-Chart zeigen für die Zukunft. Sowohl im Basketball als auch im Fußball", hatte Präsident Uli Hoeneß im März mitgeteilt. Auf das kolportierte Gesamtvolumen in Höhe von 800 Millionen Euro reagierte er allerdings verärgert. Medien zufolge sollte der Deal über einen Zeitraum von zehn Jahren dieses Volumen erreichen.

"Die Summen, die da in der Welt rumgeistern, die stimmen hinten und vorne nicht", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende damals. Der Einstieg bei den Basketballern war zum 1. Juli geplant.

Bei einer Einigung mit BMW hätte der Münchner Autokonzern den bisherigen Bayern-Partner Audi ablösen müssen. Mit dem BMW-Konkurrenten aus Ingolstadt läuft noch ein Vertrag bis 2025. Zudem ist Audi mit 8,33 Prozent am FC Bayern beteiligt.

Nun die Wende. Laut "FAS" wollten die BMW-Oberen früher einsteigen, hatten aber keinen Erfolg. Audi-Chef Bram Schot, der auf keinen Fall vor Vertragsende 2025 Platz für den Auto-Rivalen machen wollte, besserte sein Angebot auf. Die Ingolstädter sollen künftig spekulierte 60 Millionen Euro pro Jahr zahlen.

Audi legt deutlich mehr Geld auf den Tisch

Laut "Bild am Sonntag" liegt der jährliche Betrag an den FC Bayern bislang bei 40 Millionen Euro. Im Gegenzug würde der Kontrakt laut den Berichten bis zur Saison 2030/31 ausgedehnt. Die "FAS" schreibt von einem finanziellen Engagement in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro. Eine Summe, die aus Sicht von BMW "wirtschaftlich nicht vertretbar" sei, wie es in dem Zeitungsbericht hieß.

Leicht sind die Zeiten für BMW nicht. Die BMW-Aktie hat innerhalb eines Jahres 25 Prozent ihres Wertes verloren. Auf der Hauptversammlung am Donnerstag in München hagelte es Kritik wegen drohender Kartellstrafe, Gewinneinbruch, Kursverlust und Dividendenkürzung.

Der FC Bayern wurde laut Mitteilung beim Treffen am 8. Mai durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Uli Hoeneß, dessen Stellverteter Herbert Hainer sowie den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge vertreten. Seitens BMW haben nach Angaben des deutschen Meisters Harald Krüger (Vorstandsvorsitzender), Nicolas Peter (Vorstand Finanzen) und Pieter Nota (Vorstand Vertrieb und Marke BMW) teilgenommen.

cr/dpa

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