Montag, 24. Juni 2019

Bundesligisten sollten TV-Rechte selbst aushandeln FC-Bayern-Boss will DFL entmachten

Bis zum Vierfachen der heutigen TV-Einnahmen glaubt Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge einnehmen zu können, wenn der Fußball-Erstligist die TV-Rechte künftig selbst aushandelte

Der FC Bayern München fordert neue Regeln für die Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte. "Würden wir unsere TV-Rechte selbst vermarkten, könnten wir mit 200 Millionen Euro glatt das Vierfache unserer heutigen Erlöse erzielen", sagte FC-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem manager magazin (Erscheinungstermin: 24. Juli).

Bislang werden die Bundesliga-Übertragungsrechte in Deutschland zentral vom Ligaverband DFL vermarktet. Nun schlägt Rummenigge vor, dass alle Bundesligavereine ihre TV-Einnahmen künftig eigenständig aushandeln sollten. Damit kleinere Klubs auch weiterhin nicht zu kurz kommen, solle ein Solidartopf eingerichtet werden, in den die Großen zum Beispiel 50 Prozent ihrer Fernseherlöse einzahlen. "Mit diesem Modell könnte sich die Bundesliga besser stellen - inklusive der kleineren Vereine", sagte Rummenigge. "Wenn die zentrale Vermarktung nicht die erhofften Einnahmen und Zuwächse erbringt, sollte man es mit einem neuen Vergabeprinzip versuchen."

Bayern München hofft nun auf Unterstützung durch das Bundeskartellamt. Die Kartellwächter könnten prüfen, ob eine dezentrale Vermarktung vorstellbar wäre.

Rummenigge stört auch, dass der Pay-TV-Anbieter Sky einen Großteil der Bundesligarechte hält. Künftig, so Rummenigge, sollten die TV-Rechte stärker auf mehrere Anbieter verteilt werden:"Das Monopol von Sky führt offensichtlich dazu, dass sich die Preise in Deutschland nicht nachhaltig bewegen."

In England hingegen buhlen mit British Telecom und BSkyB gleich zwei große Wettbewerber um die Rechte und treiben so die Preise hoch. Ab 2016 erhalten die Klubs der englischen Premier League pro Saison 2,3 Milliarden Euro. Die Bundesliga hofft auf eine Milliarde Euro - ab 2017.

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