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Businessjet TriFan 600: Ein bisschen Hubschrauber, ein bisschen Flugzeug

Foto: XTI Aircraft

Luftfahrt-Pionier stirbt bei Absturz Jeff Pino ist tot, dieses verrückte Flugzeug soll leben

Verstorbener Luftfahrt-Pionier: Ex-Sikorsky-Chef Jeff Pino wollte den Trifan zum Erfolg führen

Verstorbener Luftfahrt-Pionier: Ex-Sikorsky-Chef Jeff Pino wollte den Trifan zum Erfolg führen

Foto: Getty Images

Das seltsame Flugzeug mit dem Namen Trifan 600 sollte das nächste große Ding im Leben des angesehenen US-Luftfahrtmanagers Jeff Pino werden. Die Maschine, so der Plan, könnte schon in wenigen Jahren die Geschäftsfliegerei neu definieren - dank eines völlig neuen Antriebskonzeptes.

Drei waagerecht gestellte Turbinen heben den sechssitzigen Flieger senkrecht in die Luft, er kann von einem Hubschrauberlandeplatz starten - beispielsweise auf einem Hochhaus. Hat der Trifan eine gewisse Höhe erreicht, schwenken zwei Turbinen um 90 Grad in die Senkrechte. Der Helikopter verwandelt sich in ein Flugzeug, das mit bis zu 644 Stundekilometer davonjagt.

Jeff Pino wird nicht mehr erleben, wie sein Baby flügge wird

Doch Jeff Pino wird nicht mehr erleben, wie sein Baby flügge wird. Der Chef des Trifan-Erbauers XTI Aircraft ist am Freitag beim Absturz eines alten Militärflugzeuges in Arizona ums Leben gekommen . Mit an Bord war sein Freund und Kollege Nick Tramontano, ein Liebhaber von Oldtimer-Flugzeugen.

Für Pino war die Arbeit am Trifan ein vergleichsweise verrücktes Projekt. Zuvor hatte er als Manager jahrelang die Geschicke verschiedener Luftfahrt-Unternehmen gesteuert. Vor seinem Engagement bei XTI führte er den Hubschrauber-Hersteller Sikorsky.

"Der Trifan 600 ist revolutionär", zitierte das Magazin "Flightglobal"  Pino Ende Januar. Das Konzept verbinde die Geschwindigkeit und Reichweite eines Businessjets mit den Start- und Landeeigenschaften eines Hubschraubers.

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Businessjet TriFan 600: Ein bisschen Hubschrauber, ein bisschen Flugzeug

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Senkrecht startende Flugzeuge an sich sind keine völlig neue Erfindung. Vor allem im militärischen Bereich wird die Technik - in anderer Form - angewendet, zum Beispiel auf Flugzeugträgern.

Rechtfertigt die Idee den Kaufpreis für den Trifan?

Im Geschäftsfliegerbereich ist das Verfahren dagegen neu. Als Kunden hat XTI reiche Privatleute und Topmanager im Blick. Es sei aber auch ein Einsatz in Krisengebieten denkbar, wo keine Landebahnen für Flugzeuge zur Verfügung stehen.

Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Phase und soll fortgesetzt werden. XTI hat Charlie Johnson als Interimschef ernannt, einen früheren Topmanager beim Flugzeugbauer Cessna. "Wir wollen sicherstellen, dass XTI seinen Entwicklungsplan nicht ändert oder verzögert", sagte Johnson.

Businessjet-Branche befindet sich in langjähriger Krise

Die Businessjet-Branche befindet sich in einer langjährigen Krise. Seit der Finanzkrise läuft das Geschäft schlechter. Viele Firmen sparen an der prestigeträchtigen Luxus-Fliegerei und lasten Flugzeuge besser aus. Mit dem geplanten technischen Quantensprung will XTI die Vorzüge kleiner Maschinen wieder deutlicher herausstellen.

Derzeit sammelt XTI Geld von Investoren ein. Etwa 2000 Interessenbekundungen über insgesamt 20 Millionen Dollar habe er erhalten, sagte Pino. Sie werden bis Ende Februar in Unternehmensanteile umgewandelt.

Bis das Flugzeug abhebt, werden noch einige Jahre vergehen. Das Konzept für das Design des Trifan 600  sei fertig und werde nun umgesetzt. In drei Jahren soll der erste Prototyp fertig sein. Nach weiteren vier Jahren rechnet XTI mit der Zulassung. Ein Exemplar soll etwa zehn bis zwölf Millionen Dollar kosten.

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