Björn Robens wird Partner bei Merchant Bank BDT Ex-BHF-Chef steigt bei Geldverwalter der Agnellis ein

Björn Robens ist wieder da: Der Ex-Chef der Frankfurter Privatbank BHF heuert nach Informationen von manager magazin bei der amerikanischen Merchant Bank BDT an. Die von Ex-Goldman-Sachs-Banker Byron Trott gegründete Boutique zählt einige der reichsten Familien der Welt zu ihren Kunden, darunter die Agnellis, die Wal-Mart-Eigner Walton sowie Investorenlegende Warren Buffett.
Ex-BHF-Chef Björn Robens: Künftig Partner der Merchant Bank BDT

Ex-BHF-Chef Björn Robens: Künftig Partner der Merchant Bank BDT

Foto: BHF-Bank

Als BDT-Partner werde Robens von Frankfurt aus das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorantreiben, bestätigte ein Sprecher. Bislang ist BDT in Chicago, New York und seit 2016 auch in London vertreten, nicht aber in Kontinentaleuropa. Das ändert sich nun mit Robens' Einstieg.

Robens hatte die BHF seit 2010 als CEO geführt, sich aber 2015 mit Aufsichtsratschef Leonhard Fischer überworfen und die Privatbank verlassen müssen. Inzwischen ist auch Fischer selbst bei der BHF ausgestiegen. Der französische Privatbankier Philippe Oddo hat Robens vollständig rehabilitiert.

Der durchsetzungsstarke Robens verfügt über ein engmaschiges Netzwerk reicher Unternehmerfamilien und -investoren. Einen engen Draht pflegt er zum Beispiel zu den Reimanns (Coty), in deren Stiftungsrat er sitzt, sowie dem Hamburger Milliardär Günter Herz und dessen Vermögensverwaltung Mayfair.

Das passt zu BDT. Die Amerikaner beraten reiche Unternehmerfamilien sowie deren Unternehmen und Investments und verwalten derzeit 9 Milliarden Dollar an Kundengeldern. Der vielleicht prominenteste Deal in Europa, bei dem BDT als Berater in Erscheinung getreten ist, war der Kauf des Rückversicherers PartnerRe durch Exor, die Investmentgesellschaft der Agnelli-Familie.

Co-Investor für vermögende Klienten

Zudem tritt BDT als Co-Investor vermögender Klienten auf; rund 3,5 Milliarden Dollar hat das Unternehmen über von ihm aufgelegte Fonds im Feuer. Mit einem Anlagehorizont von zehn bis 15 Jahren gilt BDT als langfristiger Investor.

Trott hat BDT 2009 gegründet. Zuvor hatte er jahrelang in führender Rolle im Investmentbanking von Goldman Sachs Kontakte zu Reichen und Superreichen geknüpft und so auch das Vertrauen von Buffett gewonnen. Dessen Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hatte im Herbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, Goldman-Vorzugsaktien im Wert von 5 Milliarden Dollar erworben und die Wall-Street-Bank so vor dem Kollaps gerettet - auch auf Vermittlung von Trott.

Im Jahr darauf machte sich Trott selbständig. Sein Anspruch ist exklusiv, wie er einst dem US-Magazin Fortune sagte: Die BDT-Klientel rekrutiere sich quasi ausschließlich aus Milliardären. Und da kennt sich Robens, zumindest im deutschsprachigen Raum, bestens aus.

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