Donnerstag, 23. Mai 2019

Die Geldgeber in Europas Top-5-Ligen Spielplatz der Milliardäre - die größten Fußball-Investoren

Übersicht der Investoren: Die größten 10 Investoren in Europas Top-5-Ligen
DPA

Ob Scheich, Oligarch oder Unternehmer: Der europäische Spitzenfußball wird immer mehr zum Spielplatz von Milliardären. SPONSORs stellt die größten Investoren in den europäischen Top-5-Ligen vor, beziffert ihre finanziellen Engagements und hinterfragt die Motive.

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Heft März 2019

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Als Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan im Jahr 2008 Manchester City kaufte, galt dies in Fachkreisen - wohlwollend formuliert - als riskantes Geschäft. Der Spross des Herrscherhauses von Abu Dhabi überwies mit seiner Abu Dhabi United Group schätzungsweise 400 Millionen US-Dollar an den damaligen Eigentümer des englischen Traditionsclubs, den ehemaligen thailändischen Premierminister Thaksin Shinawatra.

Ende 2015 kaufte sich dann ein chinesisches Konsortium bei ManCity ein - ebenfalls für rund 400 Millionen Dollar. Dafür gab es diesmal nicht den ganzen Club, sondern lediglich einen Anteil von 13 Prozent. Die "Citizens" wurden beim Einstieg der Chinesen mit knapp drei Milliarden US-Dollar bewertet. Für Scheich Mansour bedeutete das eine Rendite von 650 Prozent. Nicht schlecht, selbst unter Berücksichtigung der hohen Investitionen für Ablösesummen und Spielergehälter von rund einer Milliarde US-Dollar, die Mansour in den rund sieben Jahren in den Verein gesteckt haben soll.

Dabei spielt Geld für den Scheich eigentlich keine Rolle, Fußball ist nur eine Leidenschaft. In seiner Jugend ritt Mansour Kamele, später sattelte er auf Pferde um und wurde passionierter Langstreckenreiter. Als Politiker und Unternehmer verdient er ein Vielfaches von dem, was er für seine Hobbys ausgibt. Dank des Ölgeschäfts wird sein Familienvermögen aktuell auf über eine Billion US-Dollar geschätzt. Scheich Mansour selbst soll laut "Forbes" derzeit rund 26 Milliarden US-Dollar besitzen.

Die Möglichkeiten für Manchester City, in der Stadt einst der Club der einfachen Leute, sind dank des steinreichen Eigentümers heute fast unbegrenzt. In der Mannschaft, die inzwischen einer Weltauswahl gleicht, stehen Spieler wie Sergio Agüero, Kevin De Bruyne und Ilkay Gündogan. Zur Saison 2016/17 wurde Trainerstar Pep Guardiola verpflichtet. Er soll mit dem Team endlich die UEFA Champions League gewinnen und so auch das Emirat Abu Dhabi auf der ganzen Welt glänzen lassen. Dies ist nämlich - neben der Begeisterung für den Fußball - das wichtigste Ziel von Scheich Mansour.

Wegbereiter Abramowitsch

Scheich Mansour ist nur ein prominentes Beispiel für die Lust der Milliardäre dieser Welt auf den Fußball. Wer genug Flugzeuge, Yachten, Immobilien und Gemälde angesammelt hat, findet in dem meistgeliebten, -gespielten und -verfolgten Sport der Welt ungeahnte Investitionsmöglichkeiten. Der europäische Spitzenfußball befindet sich dabei in der Gunst der Milliardäre weit vorn. Es vergeht fast kein Jahr, in dem nicht namhafte Clubs den Besitzer wechseln. Das gilt nicht nur für Englands Fußball-Oberhaus, sondern auch für Italiens Serie A, für die spanische Primera División sowie die Ligue 1 in Frankreich.

Insbesondere die Premier League, die reichste Fußballliga der Welt, ist heute ein Sammelbecken der internationalen Geldgeber. Nach SPONSORs-Recherchen befinden sich derzeit 14 der 20 Premier-League-Clubs im mehrheitlichen Besitz von ausländischen Investoren aus China, den USA, Russland oder von der Arabischen Halbinsel. Nicht nur der finanzielle Profit macht die englischen Clubs zu attraktiven Spekulationsobjekten - die Premier League setzte 2014/15 zuletzt 4,4 Milliarden Euro um. Dank globaler Verbindungen der Liga sind die Clubs längst auch ein starkes PR-Instrument sowie eine Plattform für Networking und gute Geschäfte abseits des Platzes.

Als einer der ersten hat dies Roman Abramowitsch erkannt, als er am 1. Juli 2003 den Londoner Club FC Chelsea für umgerechnet rund 210 Millionen Euro kaufte. Wohl kaum einer der Top-Investoren ist in den Medien so bekannt geworden wie der russische Geschäftsmann, der mit Erdöl reich wurde und sich in den Neunzigerjahren ein Imperium fast aus dem Nichts aufbaute. Der Oligarch gilt für viele als der Wegbereiter einer neuen Verbindung zwischen freier Wirtschaft und dem Fußball und hat bis heute nicht die Lust daran verloren. Seit seinem Einstieg soll er kumuliert 1,5 Milliarden Euro in den FC Chelsea investiert haben - europäische Spitze.

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