Donnerstag, 5. Dezember 2019

Übernahmekampf Euronext und Schweizer Börse buhlen um spanischen Konkurrenten BME - Aktie hebt ab

BME-Logo an der Börse in Madrid: Die Schweizer Börse bietet rund 2,84 Milliarden Euro
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BME-Logo an der Börse in Madrid: Die Schweizer Börse bietet rund 2,84 Milliarden Euro

Um den spanischen Börsenbetreiber Bolsas y Mercados Espanoles (BME) zeichnet sich ein Übernahmekampf ab. Kurz nach Bekanntwerden der Gespräche zwischen den Börsenbetreibern Euronext und BME warf auch der Schweizer Konkurrent Six seinen Hut in den Ring.

Six bietet den Spaniern insgesamt 2,84 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Zürich mitteilte. Der gebotene Preis pro Aktie liegt damit bei 34 Euro. Das Angebot enthält eine Prämie von rund 34 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Als Folge des Bieterkampfes schoss der Aktienkurs von BME am Montagmorgen um bis zu 38 Prozent auf 35,38 Euro nach oben und erreichte damit den höchsten Stand seit vier Jahren. Das spanische Unternehmen teilte inzwischen mit, das Angebot von Six grundsätzlich positiv zu bewerten.

Mit dem Kauf will Six zum drittgrößten Börsenbetreiber Europas aufsteigen. Die Transaktion könnte schon im ersten Halbjahr 2020 vollzogen werden, heißt es in der Mitteilung von Six. Der Kauf solle zum einen über bestehende Barreserven finanziert werden, zum anderen wolle das Unternehmen dafür den Kapitalmarkt anzapfen.

Euronext bestätigt Gespräche mit BME

Kurz zuvor hatte die Mehrländerbörse Euronext am Montagmorgen in Paris bestätigt, mit BME im Gespräch zu sein und eventuell ein Angebot vorlegen zu wollen. Über eine Übernahme der BME durch die Euronext war bereits in der vergangenen Woche spekuliert worden. Euronext wolle das eigene Geschäft mit Zukäufen ausbauen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg vergangene Woche unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auch die Euronext-Papiere legen am Montag zu und nähern sich ihrem Rekordhoch.

Euronext betreibt derzeit die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon und Paris. Das Unternehmen ist Berichten zufolge auch am italienischen Börsenbetreiber Borsa Italiana interessiert, falls dieser von der London Stock Exchange Börsen-Chart zeigen (LSE) im Zuge der geplanten 27 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Datenanbieters Refinitiv verkauft werden sollte. Zudem hatte sich Euronext zuletzt im Übernahmekampf mit der Nasdaq um die Börse in Oslo durchgesetzt und sich die Mehrheit gesichert.

mg/dpa-afx, rtr

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