Freitag, 6. Dezember 2019

Kabelhersteller EU brummt Kfz-Zulieferern Kartellstrafe auf

Kabel der Leoni AG: EU brummt Kartellstrafe auf

Die EU-Kommission hat Hersteller von Auto-Kabelsträngen wegen Preisabsprachen mit einer Strafe von 142 Millionen Euro belegt. Betroffen ist insbesondere Japans Konzern Yazaki mit 125,3 Millionen Euro. Auch die deutsche Leoni muss zahlen, ihr Aktienkurs steigt dennoch. Aus gutem Grund.

Brüssel Die EU-Kommission hat mehrere Autozulieferer wegen Preisabsprachen bei Kabelbäumen zu Geldstrafen von insgesamt 142 Millionen Euro verurteilt. Den Löwenanteil muss der japanische Konzern Yazaki mit 125,3 Millionen Euro berappen, auf den deutschen Zulieferer Leoni entfällt ein vergleichsweise geringer Betrag von 1,38 Millionen Euro. Das entschied die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel.

Die Unternehmen hätten ihre Preise in unterschiedlichen Zeiträumen zwischen 2000 und 2009 bei der Lieferung von Kabelbäumen, die den Strom in Autos etwa für den Motorstart oder die Fensterheber leiten, an die Hersteller Toyota, Honda, Nissan und Renault abgesprochen. "Dies gilt auch für in Europa hergestellte Wagen.", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia.

Durch Kabelbäume fließt der Strom in Fahrzeugen, der zum Beispiel zum Start des Wagens selbst, zum Anstellen der Klimaanlage oder für das Öffnen von Fenstern benötigt wird.

Die Firma Leoni aus Nürnberg erklärte in einer Mitteilung, eine französische Tochtergesellschaft habe sich falsch verhalten. Die Leoni AG übernehme aber die Mithaftung. "Dem betroffenen Kunden ist durch das beanstandete Verhalten kein Schaden entstanden." Leoni habe seine internen Kontrollen inzwischen verbessert.

Europäisches Recht verbietet es Unternehmen, zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern miteinander zu kooperieren. Bei Verstößen kann die EU-Kommission Strafgelder von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes verhängen.

Straffrei geht der japanische Hersteller Sumitomo Electric aus, der die Kommission über das Kartell informierte. Die Kommission hatte das Kartellverfahren im August 2012 nach zweijährigen Ermittlungen eingeleitet.

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