Umbau in der Luftfahrt Etihad könnte Air Berlin mit Alitalia verschmelzen

Etihad pflügt die Luftfahrtbranche um: Glückt der Einstieg bei Alitalia, planen die Araber angeblich, sie mit der angeschlagenen Air Berlin zu fusionieren. Insidern zufolge könnte die Neuordnung noch größere Ausmaße annehmen.
Maschine von Air Berlin: Deutschlands zweitgrößte Airline soll künftig als GmbH firmieren

Maschine von Air Berlin: Deutschlands zweitgrößte Airline soll künftig als GmbH firmieren

Foto: Bernd Settnik/ dpa

Frankfurt am Main/Dubai - Die arabische Airline Etihad plant nach Aussagen von Insidern, die verlustträchtige Air Berlin  mit Alitalia  zusammenzulegen. Die Verhandlungen über eine Fusion der zweitgrößten deutschen Fluglinie mit den Italienern seien in einem frühen Stadium, sagten drei mit der Sache vertraute Personen. Der Deal könne noch scheitern.

Unsicherheitsfaktoren seien demnach vor allem die italienische Regierung und die Gewerkschaften. Zudem müsse Air Berlin die Flugallianz One World verlassen und sich Alitalias Skyteam anschließen. Der Schritt sei langwierig und mit Strafzahlungen verbunden, sagten die Personen. Etihad bereitet derzeit einen Einstieg bei den Italienern vor.

Wie manager magazin online bereits berichtete, will der Großaktionär seinen Anteil an Air Berlin auf 49,9 Prozent von derzeit knapp 30 Prozent aufstocken. Dazu soll Air Berlin von der Börse genommen und von der derzeitigen britischen Rechtsform "plc" in eine GmbH umgewandelt werden, schrieb die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Air-Berlin-Kreise.

Insider: Neuen Lufthansa-Rivalen schmieden

Die Kleinaktionäre, die 38,5 Prozent halten, sollten abgefunden werden. Die Anteile sollten an frühere Spitzenmanager der Fluggesellschaft und weitere Topmanager gehen. Ausscheiden solle die türkische Unternehmerfamilie Sabanci.

Wegen der Verhandlungen hatte Air Berlin ihre für vergangenen Donnerstag angesetzte Bilanzpräsentation um eine Woche verschoben.

Einem Banker zufolge ist die Einkaufstour von Etihad in Europa allerdings nur sinnvoll, wenn die einzelnen Airlines früher oder später zusammengeführt würden, um einen neuen Rivalen zur Lufthansa  oder zu British Airways und Iberia  aufzubauen.

Fusionsszenario mit Air France

Einige Brancheninsider weisen allerdings darauf hin, dass der Spielraum der arabischen Airline bei Air Berlin aufgrund von Gesetzeshürden nicht allzu groß ist. Knackpunkt ist vor allem, dass Unternehmen, die außerhalb der EU sitzen, nicht die Mehrheit an einer hiesigen Fluggesellschaft erwerben dürfen. Ansonsten gehen die Anflugrechte verloren.

Von Etihad und Alitalia war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Air Berlin wollte sich ebenfalls nicht äußern.

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Bittgang nach Abu Dhabi: Wie Etihad Air Berlin aushilft

Foto: REUTERS

Air Berlin ist wirtschaftlich angeschlagen. Analysten rechnen für das vergangene Jahr mit einem deutlichen Minus. Erwartet wird ein operativer Jahresverlust (Ebit) zwischen 114 und 132 Millionen Euro nach 70 Millionen Euro Gewinn im Jahr zuvor. Etihad hatte Air Berlin zuletzt finanziell kräftig unterstützt.

Die Europa-Strategie der Fluggesellschaft vom Golf endet nach Aussage von Gerald Wissel, Chef der Unternehmensberatung Airborne, nicht in Italien oder Deutschland. "Als Zukunftsvision wäre es sogar vorstellbar, dass die Konstellation um Air France  erweitert wird." Die Franzosen sind bereits Partner von Etihad und führen die Flugallianz Skyteam an.

ts/rtr
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