Samstag, 20. April 2019

Change Management Umbau von Unternehmen - worauf Chefs achten müssen

Ob Eon, RWE, Lufthansa oder Bilfinger: Unternehmen verändern sich in immer rascherer Geschwindigkeit. Teils ändern sie nur einige Prozesse, teils stellen sie ganze Geschäftsmodelle auf den Kopf. Wie Vorstände den Wandel schaffen - und welche Risiken sie umschiffen müssen.

Bei vielen deutschen Unternehmen geht es schon lange nicht mehr nur ums Sparen oder Expandieren. Im Gegenteil: Um auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften zu können, verändern sich Unternehmen in immer rascherer Geschwindigkeit. Unternehmenslenker müssen bei diesen Change-Management-Prozessen eine Reihe von Risiken umschiffen, können aber zugleich auch auf bewährte Erfolgsfaktoren aufbauen. Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren sowie die drei größten Risiken zeigt folgender Überblick.

Elementar für den Erfolg von Change-Projekten ist das Bewusstsein, welchen Reifegrad die eigene Organisation beim Beginn eines Change-Prozesses hat. Denn anhand dessen bestimmt sich auch ein mögliches Zielfoto der Veränderung. Nur wer genau bestimmt, wo er heute steht, kann dieses Foto realistisch entwerfen.

1. Den Reifegrad richtig einschätzen - und die Mitarbeiter mitnehmen

Von Unternehmen zu Unternehmen ist der Reifegrad verschieden: Während die einen Unternehmen bereits Steuerungsmodelle besitzen, die den verschiedenen Führungsebenen bereits Entscheidungskompetenzen zugestehen, werden andere Unternehmen noch starr hierarchisch durch die Geschäftsführung gesteuert. Sie besitzen weder Führungsstruktur, -systematik noch -prozesse. Kurzum: Am Ende gibt es meistens nur einen, der entscheidet.

Die Kunst ist es, zunächst das eigene Führungsmodell und den Reifegrad des Unternehmens zu analysieren und dann die richtigen Entscheidungen für eine Change-Architektur zu treffen: Sowohl was die zeitliche Dimension, die Einbindung der Akteure, die Prozessschritte als auch die grundlegenden Ziele angeht.

Ansonsten laufen Unternehmen Gefahr, dass sie ihre Mitarbeiter überfordern oder unterfordern. Beides wird das Veränderungsprojekt konterkarieren. Vielleicht noch nicht in der strategischen Planung, denn Papier ist geduldig. Spätestens aber, wenn die Veränderung über verschiedene Hierarchieebenen hinweg operativ umgesetzt werden soll, wird sich zeigen, ob die Mitarbeiter mitziehen.

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