Montag, 22. Juli 2019

Merkels Hebel bei Erdogan-Treffen Fünf unbequeme Wirtschafts-Wahrheiten über die Türkei

5. Teil: Weniger Geld für Konsum - BIP droht Bremse

Antiquitätenhändler in Istanbul: Weniger Geld für Shopping
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Antiquitätenhändler in Istanbul: Weniger Geld für Shopping
Die türkischen Konsumenten haben im vergangenen Jahr Regierungsschätzungen zufolge zwar rund 4,5 Prozent mehr ausgegeben als noch 2014. Doch in diesem Jahr könnte die Ausgabenfreude der Verbraucher deutlich sinken - aus zwei Gründen: Die schwache türkische Lira verteuert Importe, die hohe Inflationsrate von zuletzt 8 Prozent mindert die Kaufkraft.

Experten zufolge wird die Bevölkerung die Folgen der Währungsabwertung erst in diesem Jahr voll zu spüren bekommen - und an der hohen Teuerungsrate wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Beides zusammen droht das Wirtschaftswachstum kräftig auszubremsen.

Deshalb versucht die türkische Regierung nun, die Kauffreude ihrer Landsleute mit einer durchaus großzügigen Gabe hochzuhalten: Am Anfang des Jahres hat die Regierung den Mindestlohn um 30 Prozent angehoben. Das sollte laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) den Konsum im Land deutlich erhöhen - und zwar um 0,5 bis 1 Prozent des BIP.

Zugleich warnt aber auch der IWF vor einer weiterhin hohen Inflationsrate. In diesem Jahr wird sie die 5-Prozent-Zielmarke der Regierung mit "deutlichen Abstand" überschreiten, heißt es im jüngsten Türkei-Bericht der Institution.

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