Samstag, 25. Mai 2019

Nasa prüft Sicherheit bei SpaceX Weil Musk kifft - Nasa fürchtet um Astronauten

Raumfahrtunternehmer Musk: Nasa sorgt sich um Sicherheit ihrer Astronauten.

Live im Internet: Musk mit Joint
Joe Rogan Experience / youtube.com
Live im Internet: Musk mit Joint

Neuer Ärger für Elon Musk: Der Tesla-Chef, der gleichzeitig das Raumfahrtunternehmen Space X betreibt, hatte vor einigen Monaten bereits für Aufsehen gesorgt, weil er in einer Internet-Talkshow an einem Joint gezogen und an einem Whiskey-Glas genippt hatte. Das hat für Musk und dessen Firma SpaceX nun offenbar ein Nachspiel.

Wie die "Washington Post" berichtet, hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa eine umfangreiche Sicherheitsüberprüfung für SpaceX sowie für Boeing angeordnet. Beide Unternehmen wurden von der Nasa engagiert, um Astronauten zur internationalen Raumstation ISS zu befördern.

Die Überprüfung, bei der es darum gehe, die Kultur an den Arbeitsplätzen beider Unternehmen zu evaluieren, werde Monate dauern und hunderte von Interviews umfassen, zitiert die "Post" die Nasa. Beginnen soll die Prozedur dem Bericht zufolge im kommenden Jahr, und untersucht werden soll dabei "alles, das die Sicherheit betreffen könnte", so ein Nasa-Mitarbeiter gegenüber der Zeitung. Schließlich sei es das erste Mal, dass beide Unternehmen Menschen in den Weltraum flögen.

Was die Zeitung dagegen lediglich von drei anonymen Quellen bei der Nasa erfuhr: Auslöser der Untersuchung war offenbar das Benehmen von SpaceX-Gründer Musk in besagter Online-Show. Darüber hätten sich einige hochrangige Nasa-Verantwortliche geärgert, heißt es, sodass nun ein genauer Blick auf die Kultur in dem Unternehmen angeordnet worden sei.

Offiziell wollte ein Nasa-Sprecher die Hintergründe der Überprüfung nicht kommentieren. In einem Statement habe er jedoch mitgeteilt, die Maßnahme diene dazu, sicherzustellen, dass die Firmen die Anforderungen der Nasa an ein sicheres Arbeitsumfeld erfüllen, "inklusive einer drogenfreien Umgebung".

"Wenn ich etwas sehe, das unangemessen erscheint, dann frage ich mich, welche Kultur zu dieser Unangemessenheit führt", so ein weiterer Nasa-Mann. "Wir müssen der amerikanischen Öffentlichkeit zeigen, dass ein Astronaut, den wir in ein Raumschiff setzen, dort auch sicher ist." Er habe viel Vertrauen in das SpaceX-Team, so der Nasa-Mann weiter. "Kultur und Führungsstil beginnen allerdings ganz oben."

Für Elon Musk kommt die Untersuchung zur Unzeit, denn der Unternehmer hat bereits unruhige Zeiten hinter sich und befindet sich insbesondere an der Spitze Teslas in einer kritischen Situation. Verschiedene Eskapaden Musks haben bereits Zweifel aufgeworfen, ob er mit vollem Einsatz für die Führung des Elektroautobauers zur Verfügung stehe, der derzeit die Massenproduktion des Models 3 in eine langfristig stabile Bahn lenken muss. Das Model 3 ist das neue Massenmodell Teslas, mit dem das Unternehmen letztlich den Schritt in die dauerhafte Profitabilität erreichen will.

Besonders unangenehm für Musk wurde es, als er Anfang August per Twitter den Börsenrückzug Teslas angekündigt hatte, verbunden mit der Zusage, die Finanzierung einer solchen Transaktion sei gesichert. Dies stellte sich später als Falschangabe heraus, woraufhin Musk von der US-Börsenaufsicht SEC zu einer Geldstrafe sowie zum Rückzug vom Vorsitz des Tesla-Verwaltungsrats gedrängt wurde.

Zudem sorgte im Zusammenhang mit der Rettung einer Jugendfußballmannschaft aus einer Höhle in Thailand ein Streit Musks mit einem Höhlentaucher für Schlagzeilen. Musk bezeichnete den Mann ebenfalls per Twitter als Pädophilen ("pedo"), woraufhin dieser ihn inzwischen verklagt hat.

SpaceX indes blieb bislang unberührt von Musks Eskapaden. Laut "Washington Post" hat das Unternehmen in diesem Jahr bereits 18 erfolgreiche Raketenstarts absolviert, was auf einen neuen Rekord zum Jahresende hinauslaufen könne. SpaceX sei kurz davor, Astronauten für die Nasa ins Weltall zu schicken, zitiert die Zeitung das Unternehmen. Davor kommt nun aber zunächst wohl erstmal die langwierige Sicherheitsüberprüfung, die CEO Musk seinem Unternehmen eingebrockt hat.

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