Billigfluggesellschaft Easyjet-Aktionäre segnen Megaauftrag für Airbus ab

Easyjet-Gründer Haji-Iaonnou ist zwar dagegen, die Aktionärsmehrheit hat ihn aber überstimmt: Easyjet kauft Airbus somit neue Flieger im Wert von rund zwölf Milliarden Dollar ab. Der Aktienkurs der Airbus-Mutter EADS stieg in Paris  um 0,69 Prozent.
Easyjet-Boeing 737-700: Fluggesellschaft setzt nun auch verstärkt auf Konkurrent Airbus

Easyjet-Boeing 737-700: Fluggesellschaft setzt nun auch verstärkt auf Konkurrent Airbus

Foto: BORIS HORVAT/ AFP

Luton - Die umstrittene Easyjet-Großauftrag für Airbus ist in trockenen Tüchern. Die Aktionäre des britischen Billigfliegers stellten sich mehrheitlich hinter den Kauf von 135 Mittelstreckenjets, wie Easyjet am Donnerstag mitteilte. Damit sei der bereits im Juni bekanntgegebene Auftrag bestätigt worden, hieß es bei Airbus. Easyjet-Gründer und Großaktionär Stelios Haji-Ioannou hatte sich vehement gegen die milliardenschwere Bestellung ausgesprochen.

Für die Easyjet-Aktie  ging an der Londoner Börse bis zum frühen Nachmittag um 0,60 Prozent nach unten. Allerdings haben die Titel seit Jahresbeginn damit immer noch mehr als 70 Prozent zugelegt. Die Aktien der Airbus-Mutter EADS gewannen am Donnerstag in Paris bis zuletzt 0,69 Prozent.

Die Befürworter der Flugzeugbestellung kamen bei der Abstimmung auf gut 57 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Beteiligung lag bei 85 Prozent. Ohne das Plazet der Aktionäre hätte die Easyjet-Spitze den Auftrag nicht festzurren können.

Bei der Flugzeugbestellung geht es um 35 Airbus A320 sowie 100 Maschinen der spritsparenden Neuauflage A320neo. Außerdem hat sich die Gesellschaft nach früheren Angaben Kaufoptionen für 100 weitere "Neos" gesichert. Insgesamt kommen die 135 bestellten Jets auf einen Listenpreis von 13,2 Milliarden US-Dollar (10,3 Milliarden Euro) und sollen in den Jahren 2015 bis 2022 ausgeliefert werden. 85 Maschinen sollen ältere Flugzeuge in der Flotte ersetzen. Die übrigen will Easyjet-Chefin Carolyn McCall zum Ausbau des Geschäfts verwenden.

Wie viel Easyjet für die neuen Maschinen tatsächlich bezahlt, ist nicht bekannt. McCall hatte allerdings betont, dass sie dem Unternehmen einen kräftigen Rabatt auf den Listenpreis gesichert habe. In der Branche sind Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich. Analyst Gert Zonneveld von Panmure Gordon & Co. schätzt den Rabatt in diesem Fall auf 55 Prozent. Easyjet-Gründer Haji-Ioannou, der fast 37 Prozent der Easyjet-Aktien hält, hatte den Kaufpreis als zu hoch kritisiert. Letztlich konnte er aber kaum weitere Aktionärsstimmen auf seine Seite ziehen.

kst/dpa-afx

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