Donnerstag, 5. Dezember 2019

Lime, Circ in Berlin, Köln, Hamburg E-Scooter-Verleiher starten mit Warnhinweisen

E-Tretroller des Verleihers Lime vor dem Brandenburger Tor in Berlin

"Speed is King" - diesem Motto bleiben zwei E-Scooter-Verleihfirmen treu. Erst seit vergangenem Wochenende sind Tretroller mit Elektromotor auf öffentlichen Straßen in Deutschland erlaubt: Die "Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr" ist am 15. Juni in Kraft getreten.

Nur knapp danach haben die ersten Unternehmen den massenhaften Verleih von E-Scootern via App gestartet. Los ging es in der Hauptstadt Berlin. Dort fingen zwei Firmen bereits am Montag und Dienstag an, die sogenannten E-Scooter anzubieten: Das US-Unternehmen Lime und das Berliner Start-up Circ stellten Dutzende E-Tretroller auf die Straßen.

Seit dem heutigen Freitag können auch Hamburger und Kölner auf Lime-Elektrorollern lostreten, am Nachmittag will der Verleiher Voi in Berlin loslegen - und Circ will in den beiden Städten in den kommenden Tagen folgen. Laut der Lime-App sind die E-Roller in der Rhein- und der Elbmetropole noch eher im zentralen Innenstadtbereich zu finden. In Berlin sind die Roller nach wenigen Tagen schon ziemlich gleichmäßig über das Geschäftsgebiet verteilt.

Im Video: E-Tretroller im Test - Ist das die Zukunft der Mobilität?

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Bild: manager-magazin.de

Bei allen Verleihern gilt: Die Standorte der Tretroller werden auf einer Smartphone-App angezeigt, auch das Mieten und Bezahlen läuft über die App. Die Miete kostete bei den ersten Anbietern zunächst pauschal einen Euro Startgebühr pro Fahrt plus 15 Cent pro Minute.

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Aus der öffentlichen Diskussion über die Sicherheit der zweirädrigen Gefährte haben beide Anbieter offenbar erste Lehren gezogen. Sowohl Lime als auch Circ raten ihren Nutzern bei der App-Anmeldung, die Roller nur mit Helm zu benutzen. Lime fordert Anmelder auf, den eigenen Nutzungsregeln zuzustimmen. Diese beinhalten auch die Aufforderung, nicht auf Bürgersteigen zu fahren, Verkehrsregeln einzuhalten, einen Helm zu tragen und beim Parken keine Fußwege zu blockieren.

Circ bietet vor der Leihe eines Scooters eine kurze Bedienungsanleitung beim Klick auf die Worte "Wie funktioniert's?" an. Darin fordert der Verleiher Nutzer auch auf, eigene Helme für die Fahrt mitzubringen, Bremsen und Lichter vor Fahrtantritt zu überprüfen und die Fahrradwege zu benutzen.

Mögliche Sanktionen oder Strafen bei Fehlverhalten listen beide Anbieter nicht auf, das dürfte eher Sache der Polizei als des Verleihers sein.

Lime will alleine in Berlin auf mehrere hundert E-Scooter kommen

In der Eile des Marktstarts unterliefen beiden Anbietern auch ein paar kleinere Rechtschreibfehler in der App - die dürften aber wohl mit dem nächsten Update behoben werden. Wichtiger ist für die Nutzer sicher, dass Leihe und Rückgabe problemlos funktionieren.

Lime will alleine in Berlin mehrere hundert Elektro-Tretroller anbieten, Circ will bis Ende dieser Woche auf rund 100 E-Scooter in der Hauptstadt kommen. Auch in anderen deutschen Städten soll der Verleih bald losgehen - und dürfte eine veritable E-Scooter-Welle in Deutschland lostreten.

In Großstädten in Spanien, Frankreich, Österreich, Belgien und Dänemark können diese Roller schon länger gemietet werden. Die Erfahrungen sind gemischt - es kam vereinzelt bereits zu Unfällen, teils auch tödlichen. Paris hat die Tretroller-Nutzung vorerst stark eingeschränkt. Unfallforscher warnen vor möglichen Gefahren bei der Benutzung.

Auch in den USA, wo der Tretroller-Hype begann, beschränken manche Städte bereits die Zahl der zum Verleih stehenden Roller oder entziehen Lizenzen. Ein Patentrezept für ein reibungsloses Nebeneinander von E-Scootern, Radfahrern und Motorrädern, Pkw und Lkw hat noch keine Kommune gefunden.

mit Material von dpa und Reuters

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