Sonntag, 16. Juni 2019

Digitaler Wandel Agil, digital, erfolgreich - wie Kultur-Veränderung im Unternehmen gelingt

Alles anders: Kulturveränderung ist ein Prozess der kleinen Schritte
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Alles anders: Kulturveränderung ist ein Prozess der kleinen Schritte

5. Teil: Den Emotionen richtig begegnen

5. In Veränderungsprozessen müssen die Verantwortlichen die emotionale Interpretationshoheit behalten

Veränderungen - auch kultureller Art - sind für Menschen nicht immer vorteilhaft: Arbeit verdichtet sich, es entsteht Unsicherheit beim Loslassen von Gewohnheiten, die eigene Rolle hat in einer neuen Organisation weniger Relevanz. Dies führt zu negativen Emotionen und mitunter zur Ablehnung jedweder Veränderung.

Da hilft es wenig, wenn Top-Management und Führungskräfte pausenlos verkünden, welch große Vorteile die zukünftigen Veränderungen hätten. Denn oftmals vergessen sie, dass dies zum einen nicht alle so sehen werden. Zum anderen wird es faktische Verlierer geben, die aber die gleichen Botschaften erhalten: Alles wird besser werden.

Was zwar abstrus klingt, ist immer wieder Realität in deutschen Unternehmen. Nachteile und Verschlechterungen durch positive Botschaften einfach überdecken zu wollen, geht an den Bedürfnissen der Mitarbeiter vorbei. Schnell ist das Vertrauen in diejenigen zerstört, die doch die Veränderung eigentlich anführen sollten.

Es ist darum unbedingt notwendit, dass Führungskräfte die mit Veränderungen verbundenen Emotionen im Vorfeld antizipieren. Und zwar die möglichen positiven als auch insbesondere die negativen. Nur wenn sie sich ein Bild darüber machen, welche Emotionen ihre Mitarbeiter entwickeln werden, können sie auf diese auch entsprechend reagieren. Und Emotionen begegnen, auch wenn tatsächliche Härten nicht abgemildert werden können.

Das setzt voraus, dass sie auch ihre eigenen Emotionen kennen und reflektieren. Führungskräfte müssen ihre eigene emotionale Intelligenz entdecken, erforschen und künftig zielgerichtet einsetzen. Empathie bedeutet nicht Mitleid - aber Mitfühlen. Und wer mitfühlt. hat einen besseren inneren Kompass.

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