Dienstag, 18. Juni 2019

Digitaler Wandel Agil, digital, erfolgreich - wie Kultur-Veränderung im Unternehmen gelingt

Alles anders: Kulturveränderung ist ein Prozess der kleinen Schritte
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Alles anders: Kulturveränderung ist ein Prozess der kleinen Schritte

4. Teil: Führungskräfte sind keine Vorarbeiter, sondern Ermöglicher

4. Führungskräfte brauchen zur Kulturveränderung spezielle Kompetenzen und zeitliche Ressourcen - die sie häufig nicht haben

Gerade einmal rund ein Fünftel ihrer Zeit verbringen Führungskräfte tatsächlich mit Führung. Für operative Management- sowie Sach- und Fachaufgaben geht dagegen mehr als die Hälfte der Zeit drauf. Dieser Umstand weist darauf hin, dass Führungskräfte einer ihrer wichtigsten Aufgaben - ihre Mitarbeiter zu fördern und zu entwickeln - nicht nachkommen, weil es ihnen schlicht an Zeit fehlt. Gerade in Veränderungssituationen führt dies dazu, dass viele Ansinnen der Geschäftsführung schon auf der zweiten und dritten Führungsebene versanden. Denn die meisten Veränderungen werden heute immer noch Top-Down angestoßen.

Es ist dann an den Führungskräften, die Ideen des Top-Managements zu transportieren und in die operative Ebene zu überführen. Aber wie sollen sie das schaffen, wenn sie selbst die Hälfte ihrer Zeit mit operativen Aufgaben belastet sind? Unternehmen müssen sich darum fragen: Wie gelingt es mir - vor der eigentlichen Veränderung - zunächst einmal ausreichend Zeit der Führungskräfte sicher zu stellen, damit diese ihrem Job gerecht werden können?

Führungskräfte sind nicht Vorarbeiter, sondern Ermöglicher

Eine Antwort darauf ist es, das Rollenbild und damit auch die innere Haltung von Führungskräften zu verändern. Sie sind nicht die besten Vorarbeiter - sondern die Ermöglicher von Arbeit und erbringen eine wesentliche Dienstleistung: Führung. Sie befähigen die eigenen Mitarbeiter ihre Aufgaben zu vollbringen. Daran sollten sie auch gemessen werden: Machen sie andere erfolgreich? Nicht der eigene Erfolg sollte Bewertungskriterium sein.

Hinzu kommt, dass vielen Führungskräften die notwendigen Kompetenzen fehlen, um in Veränderungssituationen richtig zu führen. Emotionale Intelligenz, Sinnvermittlung, Coach statt Anführer sind einfach nur Schlagworte und haben mit Verständnis dieser neuen Formen von Führung allzu oft nichts zu tun. Doch eben diese Kompetenzen sind es, die in Veränderungsprozessen gefragt sind.

Es ist also an den Unternehmen, diese Schlagworte in die Realität umzusetzen. Ähnlich der groß angelegten Kulturinitiative sind es auch hier die kleinen Schritte, die echten Erfolg verheißen.

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