Montag, 19. August 2019

Digitaler Wandel Agil, digital, erfolgreich - wie Kultur-Veränderung im Unternehmen gelingt

Alles anders: Kulturveränderung ist ein Prozess der kleinen Schritte
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Alles anders: Kulturveränderung ist ein Prozess der kleinen Schritte

2. Teil: Lieber auf Konfliktpunkte konzentrieren als Kulturinitiativen starten

2. Auf neuralgische Konfliktpunkte fokussieren

Hochglanzbroschüren, bedruckte Mousepads, Großveranstaltungen - hat der Vorstand erst einmal die Kultur als Hindernis für die Unternehmensentwicklung identifiziert, gleichen manche Kulturinitiativen der Vorstellung eines neuen Spitzenprodukts. Doch anders als bei der Einführung eines neuen Smartphones erscheint Kultur nicht auf Knopfdruck in der neuen Version 2.0. Kulturwandel ist ein Prozess der kleinen Schritte.

Anstatt gleich den großen Wurf zu versprechen, ist eine Organisation besser beraten, sich zum einen die neuralgischen Punkte anzuschauen, die das Unternehmen zum einen derzeit besonders belasten: zum Beispiel chronische Überlastung von Führungskräften und Mitarbeitern oder unabgestimmtes Agieren der Bereiche.

Zum anderen die Wachstumsknoten zu identifizieren, die einer Weiterentwicklung aktuell im Weg stehen. Auf dieser Basis kann bestimmt werden, welche kuturellen Merkmale benötigt werden, um diese konkreten Probleme zu lösen.

Kleine Erfolge zu einem großen Bild zusammenfügen

Greifen wir das unabgestimmte Agieren auf: Ein regelmäßiges Treffen der Bereichsleiter, das spezifisch unter dem Reflexion und Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Bereichen stattfindet, bietet Raum, um neue Methoden von Feedbacks oder Konfliktklärung einzuführen. Werden durch solche Formate echte Erfolge auch für die Mitarbeiter sichtbar, steigt die Akzeptanz, um den kulturellen Wandel zu fördern.

Dieses Vorgehen hat noch einen weiteren Vorteil: es kann ausprobiert und getestet werden, was funktioniert und was nicht. Entpuppt sich eine Maßnahme zur Kulturentwicklung als untauglich, kann sie beendet werden, ohne dass der gesamte Kulturprozess verbrannt wird.

Bedeutet das nun das Ende der Großveranstaltungen? Keineswegs. Eine gut gemachte Veranstaltung, in der die kleinen Erfolge zu einem großen Bild zusammengefügt, Netzwerke geknüpft oder Lerninhalte geteilt werden, kann eine immense Energie für die Organisation freisetzen. Doch sie darf die eigentliche Arbeit an kulturprägenden Strukturen und Elementen nicht ersetzen.

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